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	<title>Texttheater &#187; Literatur</title>
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	<description>Die kleinste Bühne der Blogosphäre</description>
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		<title>Das Labyrinth der träumenden Bücher</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 22:26:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gehört schon einige Chuzpe dazu, so eine Fortsetzung rauszubringen: Nachdem der Schriftsteller Hildegunst von Mythenmetz in Die Stadt der träumenden Bücher von der Lindwurmfeste nach Buchhaim gereist war, ausführlich die Stadt kennenlernte, Bekanntschaft mit Hachmed Ben Kibitzer schloss und &#8230; <a href="http://texttheater.net/das-labyrinth-der-traeumenden-buecher">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gehört schon einige Chuzpe dazu, so eine Fortsetzung rauszubringen: Nachdem der Schriftsteller Hildegunst von Mythenmetz in <em>Die Stadt der träumenden Bücher</em> von der Lindwurmfeste nach Buchhaim gereist war, ausführlich die Stadt kennenlernte, Bekanntschaft mit Hachmed Ben Kibitzer schloss und schließlich sagenhafte Abenteuer in den Katakomben von Buchhaim erlebte, reist in Walter Moers’ neuem Buch <em>Das Labyrinth der träumenden Bücher</em> der mittlerweile 200 Jahre ältere Hildegunst von Mythenmetz von der Lindwurmfeste nach Buchhaim, reminisziert seine Abenteuer in der Stadt und trifft Hachmed Ben Kibitzer wieder. Darüber hinaus ist ein zentraler Teil des neuen Romans eine Nacherzählung des ersten, in Form eines detailiert ausgemalten Puppentheaterstücks. Und schließlich endet der Schinken mit einem Cliffhanger, wiederum am Eingang der Katakomben.</p>
<p>Hat Moers hier aus Ideenlosigkeit einen bloßen zweiten Aufguss seines Bestsellers von 2004 vorgenommen? Noch dazu über zwei oder mehr Bände gestreckt und mit einem Aufguss im Aufguss, dem Theaterstück? Zahlreiche enttäuschte Rezensionen sehen es ungefähr so. Aber die stammen bestimmt von denselben Leuten, die von <em>Die Stadt der träumenden Bücher</em> damals völlig begeistert waren. Ich hingegen <a href="http://24308.forendienst.de/show_messages.php?mid=4284076&amp;page=1">äußerte mich unter dem Pseudonym Inuk Latuda kritisch</a> und bin jetzt mit Buchhaim eher versöhnt.</p>
<p>Ich sehe mit Wohlgefallen, dass Moers den Kardinalfehler, wieder und wieder auf die allerschrecklichste vorstellbare Gefahr die allerallerschrecklichste vorstellbare Gefahr zu türmen, diesmal vermieden hat. Es sind nicht länger Stapel von Superlativen und furchtbaren und furchtbareren Monstern, die die Lesefröschchen bei der Stange halten sollen, sondern veränderte Perspektiven: der zeitliche Abstand, die inzwischen gemachten neuen Erfahrungen Mythenmetz’, die Veränderungen, die die Gesellschaft des wiederaufgebauten Buchhaim und ihre Werteordnung mitgemacht hat, die veränderte Sichtweise des Protagonisten auf manche Dinge, und im Falle des Puppentheaterstücks die sehr einfallsreich ausgemalte künstlerische Form, in die die Heldensage aus dem ersten Teil diesmal gekleidet wird. Natürlich verdankt sich meine Begeisterung darüber auch meiner Theaternarretei. Es sind nicht die konkreten, großen, schweren und lauten Dinge, die neu sind, sondern eher die abstrakten, kleinen, leichten und leisen. Das sagt mir mehr zu.</p>
<p>Da die Fortsetzung vermutlich wieder in den Katakomben spielen wird, muss man sich natürlich Sorgen machen, dass Moers doch wieder darein zurückfallen wird, lebensgefährliche Situationen auf einen dürre Handlungsschnur zu fädeln. Andererseits traue ich ihm durchaus zu, mich noch einmal positiv zu überraschen.</p>
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		<title>Die Schrecken der Facebook-Timeline</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 21:07:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Max Goldt]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Walter Jens Boris Jelzin lila Lutschmobil genannt hätte, dann hätten die Menschen gesagt: »Welch meisterliche Rhetorik!«, wenn ich Jelzin so bezeichnen würde, würde es heißen: »Was für eine skurrile Alltagsbeobachtung!«, und wenn Reinhold Messner über Boris Jelzin gesagt hätte, &#8230; <a href="http://texttheater.net/die-schrecken-der-facebook-timeline">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wenn Walter Jens Boris Jelzin lila Lutschmobil genannt hätte, dann hätten die Menschen gesagt: »Welch meisterliche Rhetorik!«, wenn ich Jelzin so bezeichnen würde, würde es heißen: »Was für eine skurrile Alltagsbeobachtung!«, und wenn Reinhold Messner über Boris Jelzin gesagt hätte, er wäre ein lila Lutschmobil, hätten alle gerufen: »Was für ein schönes Gebirgsvideo!« Aber wenn Helmut Kohl so etwas sagt, hinterläßt er angeblich einen Scherbenhaufen.</p>
<p><cite style="font-size: small;">Max Goldt, Warum Dagmar Berghoff so stinkt, <em>Die Kugeln in unseren Köpfen</em>, Haffmans 1995</cite></p></blockquote>
<p>Und wenn Facebook Boris Jelzin ein lila Lutschmobil nennt (oder die Timeline einführt, oder die Schriftart ändert, oder den Blauton&#8230;), sagen alle: „Was für ein dreister Angriff auf meine Privatsphäre!“</p>
<p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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		<title>The Semantics of Murder</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jun 2011 17:26:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Jay Hamilton hat sich gegen Spott und Widerstand durchgesetzt und ist Psychoanalytiker geworden, und sogar ein sehr berühmter. Er ist promisk, kultiviert und nebenbei ein talentierter Schriftsteller und kommt einem die erste Hälfte von Aifric Campbells Roman The Semantics of &#8230; <a href="http://texttheater.net/the-semantics-of-murder">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Jay Hamilton hat sich gegen Spott und Widerstand durchgesetzt und ist Psychoanalytiker geworden, und sogar ein sehr berühmter. Er ist promisk, kultiviert und nebenbei ein talentierter Schriftsteller und kommt einem die erste Hälfte von Aifric Campbells Roman <em>The Semantics of Murder</em> lang recht intakt vor. Erst so in der Mitte fängt man an zu zucken und sich zu fragen, Moment mal, was ist das für eine aggressive Gleichgültigkeit gegenüber seinen Patienten, die er sich selbst gegenüber als professionelle Distanz bemäntelt? Was ist das für eine völlige Abwesenheit von Bindungsfähigkeit und/oder -interesse? Und dann kommt nach und nach heraus, dass Hamilton eine Macke und vor allem ein dunkles Geheimnis hat.</p>
<p>Keine übermäßig originelle Geschichte, aber sie ist gut erzählt, und Campbell hat einen schön Trick eingesetzt, um den Roman zusätzlich interessant zu machen: Sie hat ihrem Protagonisten eine leicht fiktionalisierte Version des berühmten Semantikers Richard Montague zum großen Bruder gegeben, auch bekannt für sein Können auf der Orgel, erfolgreiche Immobilienspekulation, scharfzüngige Chomsky-Kritik, Umgang mit Strichern und einen gewaltsamen Tod in seinem eigenen Haus. Da ist natürlich was los. Ich würde das Buch empfehlen.</p>
<p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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		<title>39,90 meets 1984</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 10:52:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich lese gerade Victor Pelevins Generation P, in der englischen Übersetzung unter dem Titel Babylon. Der Eiserne Vorhang hat sich gelüftet, ein Schwarm von Neuen Russen fährt in dicken Autos durch die Großstädte Russlands und schafft sich jeder seine persönliche kleine &#8230; <a href="http://texttheater.net/3990-meets-1984">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich lese gerade Victor Pelevins <em>Generation P</em>, in der englischen Übersetzung unter dem Titel <em>Babylon</em>. Der Eiserne Vorhang hat sich gelüftet, ein Schwarm von Neuen Russen fährt in dicken Autos durch die Großstädte Russlands und schafft sich jeder seine persönliche kleine Wirtschaftsblase. Babylen Tatarsky ist Werber. Sein Job ist es, diesen Glücksrittern Konzepte und Slogans zu verkaufen, bevor sie ihr Kapital verprasst haben und wegen ihrer Schulden von einer Mafia ermordet werden. Es ist potenziertes Blendertum und führt Tatarsky schließlich in das Herz einer Manipulationsmaschinerie, die viel umfassender ist als man es der Werbebranche und den Medien ansieht, selbst wenn man die ebenso genialen wie abgedrehten Theorien zur postmodernen Öffentlichkeit kennt, die Pelevin dem von Tatarsky im Rahmen seiner zahlreichen Drogen- und spirituellen Trips beschworenen Geist Che Guevaras in den Mund legt. Die Erzählung zeichnet eine pralle Parodie der postsowjetischen russischen Gesellschaft, die selbst dann begeistert, wenn man diese Gesellschaft nicht so gut kennt, gespickt mit trockenem Humor und herrlichen Kuriositäten. So kommen <em>squat skyscrapers built with the low Soviet sky in mind</em> vor und ein exzentrischer Funktionär, der seinem Hamster mit Hilfe von Sekundenkleber kleine Orden verleiht, wann immer er gute Laune hat. Sehr zu empfehlen!</p>
<p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Eleganter Unsinn</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 09:36:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistesleben]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Buchempfehlung in vier Zitaten: Alan Sokal und Jean Bricmont: Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen. Es geht in diesem Buch um haarsträubendes Geschwalle, das der Welt erfolgreich als geisteswissenschaftliche Texte verkauft wurde. Die einzelnen Beispiele &#8230; <a href="http://texttheater.net/eleganter-unsinn">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Buchempfehlung in vier Zitaten: Alan Sokal und Jean Bricmont: <em>Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen.</em> Es geht in diesem Buch um haarsträubendes <a href="http://verben.texttheater.net/forum/index.php?topic=172.0">Geschwalle</a>, das der Welt erfolgreich als geisteswissenschaftliche Texte verkauft wurde. Die einzelnen Beispiele hiervon, die Sokal und Bricmont minutiös zerlegen, waren mir zu erschreckend und die Analyse zu ermüdend für eine vollständige Lektüre. Einführung, Intermezzi, Epilog und die Richtigstellungen der Autoren zu mancher missverstandenen Theorie sind jedoch ebenso vergnüglich wie geistig nahrhaft.</p>
<blockquote><p>Wir greifen die Philosophie, die Geistes- und Sozialwissenschaften nicht <em>in ihrer Gesamtheit</em> an, im Gegenteil: In unseren Augen sind diese Disziplinen von größter Bedeutung, und wir wollen jene, die in diesen Fächern arbeiten (vor allem die Studenten) vor einigen eklatanten Fällen von Scharlatanerie warnen. Insbesondere wollen wir den Nimbus zerstören, den einige Texte besitzen: Sie seien deshalb so schwierig zu verstehen, weil die darin vorgebrachten Gedanken so tiefgründig seien. In vielen Fällen werden wir aufzeigen, daß die Texte einzig und allein deshalb so schwierig erscheinen, weil sie absolut nichts aussagen.</p></blockquote>
<blockquote><p>(&#8230;), daß die betreffenden Texte etwas beinhalten, das über „Fehler“ weit hinausgeht: Aus ihnen spricht eine tiefe Gleichgültigkeit, wenn nicht Verachtung, gegenüber Fakten und Logik. [Siehe hierzu auch <em>On Bullshit</em> von Harry G. Frankfurt, ke] Unser Ziel ist es also nicht, Geisteswissenschaftler zu verspotten, die beim Zitieren von Einstein oder Gödel Fehler gemacht haben, sondern den Kanon der Rationalität und der intellektuellen Redlichkeit zu verteidigen, der allen wissenschaftlichen Disziplinen zu eigen ist (oder jedenfalls sein sollte).</p></blockquote>
<blockquote><p>Das Werk Laplace’ wird oft mißverstanden. Als er den Begriff des universalen Determinismus einführte, fügte er sofort hinzu, wir würden „stets unendlich weit entfernt bleiben“ von seiner imaginären „Intelligenz“ und deren idealem Wissen der „jeweiligen Situation der Wesen, aus denen sie [die natürliche Welt] sich zusammensetzt“, das heißt, in eine moderne Sprache übersetzt, von den exakten Ausgangsbedingungen aller Teilchen. Laplace unterschied klar zwischen dem, wie sich die Natur verhält, und dem Wissen, das wir darüber haben. Er formulierte diese prinzipielle Unterscheidung sogar zu Beginn seines Aufsatzes über <em>Wahrscheinlichkeitstheorie</em>. Aber welche Bedeutung hat die Wahrscheinlichkeitstheorie für Laplace? Sie stellt für ihn lediglich eine Methode dar, um in einer Situation partieller Unwissenheit vernünftig entscheiden zu können. Die Bedeutung von Laplace’ Text wird vollkommen falsch dargestellt, wenn man sich einbildet, <em>er</em> habe gehofft, eines Tages zu vollkommenem Wissen und universeller Vorhersagbarkeit zu gelangen, denn das Ziel seines Aufsatzes bestand gerade darin zu erklären, wie man vorgehen solle, wenn man ein derartiges vollständiges Wissen nicht besitzt – so, wie man zum Beispiel in der statistischen Physik vorgeht.</p></blockquote>
<blockquote><p>Einige der in diesem Buch zitierten Texte vernachlässigen den empirischen Aspekt der Wissenschaft völlig und konzentrieren sich ausschließlich auf Sprache und theoretischen Formalismus. Sie vermitteln den Eindruck, als werde eine Erörterung schon dadurch „wissenschaftlich“, daß sie oberflächlich zusammenhängend wirkt, selbst wenn sie nie empirischen Tests unterzogen wird. Oder, noch schlimmer, als müsse man nur mit mathematischen Formeln um sich werfen, um Probleme einer Lösung zuzuführen.</p></blockquote>
<p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Mettre de la diversité</title>
		<link>http://texttheater.net/mettre-de-la-diversite</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 18:49:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistesleben]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>

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		<description><![CDATA[„C’était beau. Vert, blanc. Ordonné. On sentait l’organisation. Ils avaient tout fait pour qu’on soit bien, ils s’étaient demandé: qu’est-ce qu’il faut mettre pour qu’ils soient bien? et ils l’avaient mis. Ils avaient même mis de la diversité: quatre grandes &#8230; <a href="http://texttheater.net/mettre-de-la-diversite">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<div style="padding-left: 120px; background: url(http://texttheater.net/wp-content/montage1.png) repeat-y left top">„C’était beau. Vert, blanc. Ordonné. On sentait l’organisation. Ils avaient tout fait pour qu’on soit bien, ils s’étaient demandé: qu’est-ce qu’il faut mettre pour qu’ils soient bien? et ils l’avaient mis. Ils avaient même mis de la diversité: quatre grandes tours, pour varier le paysage; ils avaient fait des petites collines, des accidents de terrain, pour que ce ne soit pas monotone; il n’y avait pas deux chalets pareils; ils avaient pensé à tout, pour ainsi dire on voyait leurs pensées, là, posées, avec la bonne volonté, le désir de bien faire, les efforts, le soin, l’application, l’intelligence, jusque dans les plus petits détails. Ils devaient être rudement fiers ceux qui avaient fait ça.“</p>
<p>&nbsp;<br />
Die Paradoxie, die Christiane Rochefort (<em>Les Petits Enfants du siècle</em>, Reclam 1991, S. 124) mit feiner Ironie hinter diesen schönen Worten versteckt hat, hat mich schon fasziniert, als der Absatz einmal auf einem kopierten Blatt bei uns im Französischunterricht auftauchte.</p>
<p>„Ils avaient même mis de la diversité“: Vielfalt als eine Einrichtung, die von beflissenen Städtebauern einer Siedlung hinzugefügt werden kann wie Fahrradständer oder Hauseingangsbeleuchtungen. Heute erinnert mich das an das Französische Viertel und das Loretto-Areal in Tübingen. Die herbeigeschaffte Vielfalt nimmt hier die Form verschiedener Farben und Formen an, die die Fassaden der Fertighäuserblöcke schmücken. Es ist wirklich ganz hübsch. Aber mit gewachsener Vielfalt kann es nicht konkurrieren.</p>
<p>Es ist aber bestimmt wesentlich angenehmer als die Großwohnsiedlung Sarcelles, die Rocheforts Erzählerin beschreibt. Wo die gut gemeinte städtebauliche Theorie, „leurs pensées, là, posées, avec la bonne volonté, le désir de bien faire, les efforts, le soin, l’application, l’intelligence“ der stolzen Technokraten in der Praxis fürchterlich schiefgeht. „Ethel riait“, heißt es ein paar Absätze weiter, „Je ne comprends pas ce qui te rend triste; si c’est beau comme tu dis. Oui c’est beau. Alors? Qu’est-ce que tu veux? – Désordre et ténèbres.“</p></div>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>So She Poons That</title>
		<link>http://texttheater.net/so-she-poons-that</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 20:42:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Ah, Snow Crash von Neal Stephenson! Neulich bei XKCD erwähnt, vom Language Log aufgegriffen und prompt von mir gelesen. Ein Cyberpunk-Roman mit Schlachten, die parallel in realen und virtuellen Welten ausgetragen werden. Mit bemerkenswerten Voraussagen über viele Aspekte der Entwicklung &#8230; <a href="http://texttheater.net/so-she-poons-that">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ah, <em>Snow Crash</em> von Neal Stephenson! Neulich <a href="http://xkcd.com/856/">bei XKCD erwähnt</a>, <a href="http://languagelog.ldc.upenn.edu/nll/?p=2944">vom Language Log aufgegriffen</a> und prompt von mir gelesen. Ein Cyberpunk-Roman mit Schlachten, die parallel in realen und virtuellen Welten ausgetragen werden. Mit bemerkenswerten Voraussagen über viele Aspekte der Entwicklung des Internets. Mit vielen Spielereien über Themen der Linguistik, von neuronaler Grammatik bis zu den Grenzen natürlichsprachlicher Expertensysteme. Mit vielen Seitenhieben auf die Gegenwart (1992). Der Roman spielt in einer dystopischen Welt in naher Zukunft, in der es keine Gesetze mehr gibt und in der Staaten zwar noch existieren, aber auf einer Stufe mit Firmen stehen, die an verschiedenen Orten ihre Franchises (bzw. Botschaften) eröffnen und Dienstleistungen anbieten, wie übrigens auch die Mafia. Alles ist privatisiert in dieser Welt, selbst Polizeien und Gefängnisse.</p>
<p>Mehr noch als nerdig und gesellschaftskritisch ist der Roman jedoch witzig. Da gibt es eine Stelle, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Die 15-jährige Skateboardkurierin Y.T. hat gerade einen Mercedes <em>gepoont</em>, also sich zum Ärger und zur Hilflosigkeit des Fahrers mit einer magnetischen Harpune ans Heck gehängt, um gezogen zu werden:</p>
<blockquote><p>She gets the impression that this Mercedes is sandbagging  – driving real slow so she’ll poon something else – so she poons  something else, an outgoing delivery truck. Judging from the way it’s  riding high on its springs, it must be empty, so it’ll probably move  along pretty fast.</p>
<p>Ten seconds later, predictably, the Mercedes blasts by in the left  lane, so she poons that and rides it nice and hard for a couple of  miles.</p></blockquote>
<p>Warum finde ich die Stelle so witzig? Es stecken Wiederholungen darin und der Autor weigert sich, die üblichen sprachlichen Kennzeichnungen von Wiederholungen anzuwenden. <em>driving real slow so she’ll poon something else – so she poons something else</em>, nicht etwa <em>so she does that</em>. Und: <em>the Mercedes blasts by in the left lane, so she poons that</em>, nicht etwa: <em>so she poons it again</em>.</p>
<p>Versuch einer Analyse: Es handelt sich nicht um einen, sondern um zwei miteinander verflochtene Texte, die dieselbe Szene aus zwei Perspektiven schildern, etwa so:</p>
<blockquote><p><span style="color: red;">She gets the impression that this Mercedes is sandbagging – <span style="color: blue;">driving real slow</span> so she’ll poon something else</span><span style="color: blue;"> – so she poons something else, an outgoing delivery truck. Judging from the way it’s riding high on its springs, it must be empty, so it’ll probably move along pretty fast.</span></p>
<p><span style="color: red;">Ten seconds later, predictably, the Mercedes blasts by in the left lane,</span> <span style="color: blue;">so she poons that <span style="color: #ff0000;">and rides it nice and hard for a couple of miles.</span></span></p></blockquote>
<p>Rot ist die Teenage-Rebellin, die sich ein Kämpfchen mit der Erwachsenenwelt liefert und es gewinnt. Sie weiß, was der Mercedes-Fahrer gegen sie im Schilde führt und sie triumphiert, als sie ihm seinen vermeintlichen Sieg wieder wegschnappt. Blau ist die eiskalte Profi-Kurierin Y.T., der dieses Spielchen nicht egaler sein könnte. Sie poont einfach immer das schnellste Fahrzeug in Reichweite, das in die richtige Richtung fährt. Beider Schilderungen laufen unabhängig voneinander und sind nur unvollständig zu einem einzigen Text verwoben, daher treten an den Nahtstellen diese seltsamen Wiederholungen auf. So schön hier mit sprachlichen Mitteln die verschiedenen Seiten der Y.T. zwischen kindischer Rebellion und erwachsener Geschäftssinnigkeit ausgedrückt werden, zwei grundverschiedene Herzen schlagen in ihrer Brust nicht: Was könnte den blöden Mercedesfahrer in einem Kräftemessen mit einer frechen Göre mehr ärgern als Opfer gerade des mechanischen Prinzips „Poon den Schnellsten“ zu werden&#8230;</p>
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		</item>
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		<title>Ist „Milf“ etwa ein deiktischer Ausdruck?</title>
		<link>http://texttheater.net/ist-milf-etwa-ein-deiktischer-ausdruck</link>
		<comments>http://texttheater.net/ist-milf-etwa-ein-deiktischer-ausdruck#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 May 2010 18:38:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Max Goldt]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist Zsá Zsá Inci Bürkles Mutter etwa eine Milf?, fragt sich Max Goldt und bemerkt: Ich werde das Wort &#8220;Milf&#8221;, welches akronymischen Charakters ist, hier übrigens nicht genauer erläutern. Dazu bin ich mir zu fein. (&#8230;) Am besten, man hat &#8230; <a href="http://texttheater.net/ist-milf-etwa-ein-deiktischer-ausdruck">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ist Zsá Zsá Inci Bürkles Mutter etwa eine Milf?</em>, fragt sich Max Goldt und bemerkt:</p>
<blockquote><p>Ich werde das Wort &#8220;Milf&#8221;, welches akronymischen Charakters ist, hier übrigens nicht genauer erläutern. Dazu bin ich mir zu fein. (&#8230;) Am besten, man hat das Wort noch nie gehört. Sagt man nämlich auf einer Party, jedenfalls auf einer soliden Party zu einer Dame: &#8220;Sie sind die tollste Milf des ganzen Viertels!&#8221;, wird man mit einer klassischen Ohrfeige (&#8230;) zu rechnen haben. (&#8230;) Übrigens könnte keine Frau, auch die mopsfidelste nicht, von sich selber behaupten, sie wäre eine Milf. Milf und Filf kann man nur in den Augen anderer sein, (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Das meint er wohl deswegen, weil <em>mother I&#8217;d love to fuck</em> ein <em>I</em> enthält. <em>I</em> (<em>ich</em>) ist ein sogenannter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deixis">deiktischer</a> Ausdruck. Andere deiktische Ausdrücke sind z.B. <em>du</em>, <em>der da</em>, <em>hier</em>, <em>jetzt</em>. Ihre Bedeutung hängt von der Sprechsituation ab &#8211; davon, wo, wann, mit welchen zeigenden Gesten und &#8211; in diesem Fall vor allem &#8211; von wem sie geäußert werden.</p>
<p>Auf wen sich <em>mother I&#8217;d love to fuck</em> beziehen kann, hängt daher auch davon ab, wer diesen Ausdruck benutzt. Denn es möchte ja nicht ein jeder mit denselben Müttern dem Geschlechtlichen frönen: &#8220;She&#8217;s a mother I&#8217;d love to fuck&#8221; &#8211; &#8220;Well, she&#8217;s not a mother <em>I</em>’d love to fuck.&#8221;</p>
<p>Ein deiktisches Element &#8211; hier ein Personalpronomen &#8211; zu enthalten, ist für feststehende Wendungen, wie <em>mother I&#8217;d love to fuck</em> eine geworden ist, höchst ungewöhnlich. Mit der Etablierung als Wendung einher ging das häufige Auftreten als Akronym (MILF) und die Wortwerdung: Milf. Die linguistisch interessante Frage ist, inwieweit bei diesem Prozess der deiktische Charakter des Ausdrucks tatsächlich erhalten bleibt.</p>
<p>&#8220;She&#8217;s a milf.&#8221; &#8211; &#8220;Well, she&#8217;s not a <em>milf</em>.&#8221; In dieser Unterhaltung ist das Wort <em>milf</em> tatsächlich deiktisch, aber sie wirkt nicht gerade natürlich. Sie ist ein Sprachspiel. Und nach dem, was ich über Sprache weiß und intuiere, sind das alle Diskurse, in denen <em>milf</em> deiktisch verwendet wird. Es ist mehr ein Witz als ein Wort, ein Insider für die, die wissen, was sich Ungehöriges hinter der hübschen Silbe verbirgt. Die Schöpfung des Wortes <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=mylf"><em>mylf</em></a> ist eine weitere Runde in diesem Spiel.</p>
<p>Wo <em>milf</em> außerhalb von Sprachspielen benutzt wird, als ganz normales Wort, hat es eine nichtdeiktische Bedeutung angenommen. Wie Max Goldt selbst schreibt, bezieht es sich schlicht auf &#8220;attraktive Frauen im Mütteralter&#8221;, unabhängig davon, wer es benutzt. So könnte sich durchaus eine Frau selbst als Milf bezeichnen, selbst dann, wenn man von autoerotischen Fantasien als Erklärung absieht.</p>
<p>Während in jeder lebenden Sprache täglich neue Inhaltswörter (Substantive, Verben, Adjektive, Adverbien bzw. entsprechend) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neologismus">geschaffen</a> <a href="http://www.wortwarte.de/">werden</a> und manche dieser Neologismen sich bald allgemeiner Verwendung erfreuen, ist es so gut wie unmöglich, neue Funktionswörter (Konjunktionen, Präpositionen, Pronomen&#8230;) zu etablieren. Ähnliches gilt wohl auch für deiktische Wörter. Ich finde, diese Erkenntnis ist ein interessanter Ausschnitt aus dem Bild &#8220;Wie Sprache funktioniert&#8221;.</p>
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		<title>Mittelhochdeutscheln und metzgern</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 23:14:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<description><![CDATA[Meinem humoristischen und meinem musikalischen Schatzkästlein habe ich vorstehend je eine Sammlung zu je zwei Elementen entnommen und hier vorgestellt, zuletzt ist nun mein literarisches Schatzkästlein an der Reihe. Ich bin ja ein Sprachgeek. Will ein Autor mich also komplett &#8230; <a href="http://texttheater.net/mittelhochdeutscheln-und-metzgern">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Meinem humoristischen und meinem musikalischen Schatzkästlein habe ich vorstehend je eine Sammlung zu je zwei Elementen entnommen und hier vorgestellt, zuletzt ist nun mein literarisches Schatzkästlein an der Reihe. Ich bin ja ein Sprachgeek. Will ein Autor mich also komplett gefangennehmen, so schaffe er eine schöne verrückte Kunstsprache und verfasse sein Werk oder große Teile davon in ihr.</p>
<p>Thomas Mann hat das in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Erwählte">Der Erwählte</a> getan, der denn auch zu meinen absoluten Lieblingsromanen zählt. Er erschafft ein &#8220;sprachliches Mittelalter&#8221;, indem er seinem Neuhochdeutsch einen &#8220;mittelhochdeutschen Look&#8221; verpasst und es mit allerlei ungewöhnlichem romanischem Sprachmaterial würzt. <a href="http://repositorium.uni-osnabrueck.de/handle/urn:nbn:de:gbv:700-2008102415">Carsten Bronsemas Doktorarbeit</a> beschäftigt sich eingehend damit (und benutzt an einer Stelle das Verb <em>zerpuzzeln</em>, ich bin begeistert).</p>
<p>Meine nächste Lektüre wird Jonathan Safran Foers <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Everything_Is_Illuminated">Everything Is Illuminated</a> sein. Einer der beiden Erzähler, der junge Ukrainer Alex, schreibt laut Klappentext ein <em>sublimely butchered English</em>, und diese Formulierung ist so vielversprechend wie göttlich. Die Verfilmung hat mich in dieser Hinsicht, wie auch in jeder anderen, jedenfalls schon überzeugt. Ich bin gespannt.</p>
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		<title>Air Quotes</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 22:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kilian Evang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Max Goldt]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>

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		<description><![CDATA[Anführungszeichen kann man nicht aussprechen. Das ist ein Problem, wenn man Texte mit Anführungszeichen vorliest. Bei Zitaten oder wörtlicher Rede nicht so sehr, da kann man sich die Anführungszeichen aus dem Kontext und der Stimmführung dazudenken. Werden Anführungszeichen aber verwendet, &#8230; <a href="http://texttheater.net/air-quotes">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Anführungszeichen kann man nicht aussprechen. Das ist ein Problem, wenn man Texte mit Anführungszeichen vorliest. Bei Zitaten oder wörtlicher Rede nicht so sehr, da kann man sich die Anführungszeichen aus dem Kontext und der Stimmführung dazudenken. Werden Anführungszeichen aber verwendet, um sich von der benutzten Wortwahl zu distanzieren, um Unglauben oder Ironie auszudrücken, muss man sie irgendwie explizit wahrnehmbar machen. Seriös, aber dem Zuhörer auch leicht entgänglich ist es, vor den angeführten Worten eine hörbare Pause zu machen und sie dann etwas überbetont vorzulesen. So wird es z.B. bei ZEIT Audio gemacht. Max Goldt verwendet auf seinen Lesungen zuweilen die, höhö, Höhö-Methode, höhö, Sie verstehen. Hat man Blickkontakt zum Zuhörer und keine Angst vor dem etwas schlechten Image dieser Geste, wird man dagegen <em>air quotes</em> verwenden.</p>
<p>Bei <em>air quotes</em> hebt man beide Hände auf Kopfhöhe und zuckt &#8211; meist zweimal &#8211; mit Zeige- und Mittelfingern. Häufiger als beim Vorlesen kommen <em>air quotes</em> als Geste beim mündlichen Kommunizieren zum Einsatz. Über ihre schon recht lange Geschichte verrät <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Air_quotes">die englische Wikipädie</a> mehr.</p>
<p>Wie sollen <em>air quotes</em> eigentlich auf Deutsch heißen? Ich dachte erst an <em>Entenfüßchen</em> wegen Gänsefüßchen und weil sie oben in der Luft sind statt unten auf Papier und Enten ja gründeln &#8211; nur: Beim Gründeln bleiben die Füße im Gegensatz zum Bürzel unter Wasser, also stimmt das Bild leider nicht. Vorschläge willkommen.</p>
<p>Mein Schatzkästlein des Humors enthält eine bisher zweiteilige Materialsammlung zum dem Thema: <a href="http://www.ruthe.de/frontend/index.php?pic=1175&amp;sort=datum&amp;order=DESC">einen Ruthe-Cartoon</a> (<em>Air quotes</em> mit Hufen! Göttlich!) und ein Zitat aus der Simpsons-Folge, in der Bart mit einem Doppelgänger aus reichem Hause die Rollen tauscht:</p>
<blockquote><p>Lisa: Mom, “Bart” has something to tell you.<br />
Marge: I don&#8217;t like the look of those air quotes.</p></blockquote>
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