Satire come true

Vor vielen Jahrzehnten schrieb Ephraim Kishon eine Geschichte mit dem Titel „Alle Tiere sind schon da“. Der Erzähler wird von seinem Verleger gedungen, ein Kinderbuch mit einem Tier als Hauptperson zu schreiben, hat aber das Problem, dass praktisch alle Tierarten schon von anderen Kinderbuchautoren weggeschnappt wurden. Ganz am Ende verfällt er auf das Exotischste, was seine Fantasie hergibt. Und siehe da, der Tiefseeschwamm ist noch frei. Was soll ich sagen, heutzutage gibt es SpongeBob. Diese späte Verbindung von Satire und Wirklichkeit ist mir erst heute aufgefallen.

Ein fast ein wenig ähnlicher Fall liegt bei Andreas Schlüter vor: In seinem Jugend-Sciencefiction-Roman „2049“ erschafft er eine Zukunft, in der Lautsprecher in Warenhäusern Waren als „geil“ anpreisen, was die Besucher aus dem Jahr 1999 zusammenzucken lässt. Inzwischen sieht es eher so aus, als würde das Wort 2049 längst völlig has been sein – hat Saturn doch keine vier Jahre nach dem Erscheinen des Romans durch seinen Claim „Geiz ist geil!“ begonnen, das Wort salonfähig zu machen. Eigene Prospekte sowie die Konkurrenz griffen seine Verwendung auf, der Rest wird schon bald Geschichte sein.

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