Archiv der Kategorie: Zitate

Was ich immer sage (8)

Was bisher geschah: Was ich immer sage, Was ich immer sage (2), Was ich immer sage (3), Was ich immer sage (4), Was ich immer sage (5), Was ich immer sage (6), Was ich immer sage (7)

  1. A man can try.
  2. (Nach dem Korrigieren der Zeitform in einem Text) Habemus Präsens!
  3. Tschakka, ne.
  4. Excellent!
  5. That’s right.
  6. So viel dazu.
  7. And now we wait.
  8. Silly me.
  9. Sounds good.
  10. So weit waren wir schon.

Was ich immer sage (7)

Was bisher geschah: Was ich immer sage, Was ich immer sage (2), Was ich immer sage (3), Was ich immer sage (4), Was ich immer sage (5), Was ich immer sage (6)

  1. Story of my life.
  2. Gut schaut ihr aus.
  3. There, I fixed it.
  4. Konsistenz über alles!
  5. Sei geknuddelt!
  6. Problem vollständig gelöst.
  7. Mooooi!
  8. Das wüsst ich aber.
  9. Hee hee. That’s funny. You’re funny.
  10. That’s not my area of expertise.

Was ich immer sage (6)

Was bisher geschah: Was ich immer sage, Was ich immer sage (2), Was ich immer sage (3), Was ich immer sage (4), Was ich immer sage (5).

  1. Indeed.
  2. Where to start.
  3. How could this possibly lead to confusion?
  4. How are things on this side of the party?
  5. Verzeihung.
  6. Consistency above all!
  7. Hat was.
  8. Kijk!
  9. (When people start to clink glasses.) Handshake problem!
  10. (When someone turns down help with the dishes etc.) I was counting on your saying that.

Von Leuten, die sich entblöden bzw. nicht entblöden, der Sprache Vorschriften machen zu wollen

Immer mal wieder stolpert jemand darüber, dass die Wendungen sich entblöden und sich nicht entblöden dasselbe bedeuten. Zum Glück erklärt bereits Johann August Eberhards Synonymisches Handwörterbuch der deutschen Sprache (hier: 17. Auflage, 1910) dieses Kuriosum ausführlich. Am tollsten ist aber, dass der entsprechende Artikel einen erregten, nichtendenwollenden Rant gegen sprachlichen Präskriptivismus enthält:

Selbst wenn aber auch die Annahme Grimms, daß in entblöden das ent- ursprünglich privativ sei, richtig wäre, so würde das doch nicht imstande sein, den gegenwärtigen Gebrauch von sich entblöden in der Bedeutung sich scheuen als falsch und unberechtigt erscheinen zu lassen. Wir haben häufig in unserer Sprache einen Bedeutungswandel, der oft so weit geht, daß die Bedeutung eines Wortes im Laufe der Zeit geradezu ins Gegenteil umgeschlagen ist; es sei hier nur an das Wort schlecht erinnert, das früher schlicht, glatt, gerade bedeutete, gegenwärtig aber nur noch als Gegensatz von gut verwendet wird (mit Ausnahme der formelhaften Wendung schlecht und recht). Wir können die alte Bedeutung von schlecht nicht auf künstlichem Wege wieder herstellen, und niemand wird diesen Versuch machen; wir beugen uns vielmehr dem allgemeinen Sprachgebrauch, der hier zugleich maßgebend für unser Sprachgefühl geworden ist, und genau in demselben Falle befinden wir uns der Wendung sich nicht entblöden (d. i. sich nicht scheuen) gegenüber. Überall, in ganz Deutschland, im Norden und Süden, im Westen und Osten gebraucht man diese Wendung in der genannten Bedeutung, unsere besten Dichter und Schriftsteller schreiben so, diese Wendung ist vollständig in unser Sprachgefühl übergegangen; da ist es ganz einfach die Pflicht der Wissenschaft, diese Wendung anzuerkennen, selbst wenn hier ein Bedeutungswandel vorläge. Es gibt in sprachlichen Dingen keine andere Autorität als die Sprache selbst; die lebendige Sprache schreitet in ihrer Entwicklung ruhig über das Ansehen auch des berühmtesten Sprachforschers hinweg und läßt sich nicht künstlich wieder in eine alte überwundene Form zurückdrängen. Es ist unerklärlich, wie man die Wendung sich nicht entblöden auf das Ansehen Grimms hin immer und immer wieder angreifen und tadeln kann, obwohl doch die lebendige Sprache uns täglich eines bessern belehrt und überhaupt kein wirklicher Grund vorliegt, der diese Wendung als tadelnswert erscheinen ließe. Gerade Jakob Grimm hat selbst am entschiedensten gegen eine solche Auffassung der Sprache, wie sie Adelung predigte, Verwahrung eingelegt. Sollen wir uns nun an den Buchstaben der Aufstellungen Grimms oder an den Geist seiner unsterblichen Werke halten? Ich glaube doch, daß allein das letztere Grimms würdig ist und daß sich die Sprache nicht nach der Sprachwissenschaft, sondern umgekehrt die Sprachwissenschaft nach der Sprache zu richten hat.

Was ich mal gesagt habe (3)

Eigenlob der geglückten Formulierung. Was bisher geschah: Was ich mal gesagt habe, Was ich mal gesagt habe (2).

  1. Faulheit ist kein Selbstzweck. Nichts zu unternehmen, wo nichts nötig ist und keine Lust besteht, schont Ressourcen wie Zeit und Lebenslust.
  2. Ich werde jetzt meine Aufmerksamkeit zu deinen Ungunsten umwidmen.
  3. Hört sich schlimmer an, als es ist, ist es aber nicht.
  4. Ich hatte mir die Fotos gar nicht angeguckt. Ich bin mehr so auf Text.
  5. “…is markedly lower…”, “…had a strong effect…”, “…produces noticeably better results…”, “…was shown to have a substantial impact…” – one can go a long way without using the word “significant” once!
  6. Mein ansonsten sehr offenherziger innerer Kunstkritiker hat’s jedenfalls nicht wollen gelten lassen.
  7. There’s a couple of reasons why it’s already 2011.
  8. Liebe Eingeweihten und Einzuweihenden, (…)
  9. Ja, wenn du das so framest.
  10. Metaphern sind dazu da, unvermittelt gewechselt zu werden.
  11. Hier noch zwei Dialoge, die ich nicht nur gewissenhaft mitgeschrieben, sondern auch durch minutiöses Aufjazzen den Niederungen der Wortwörtlichkeit entzogen habe.
  12. Genau solche Vorschläge sind es, die eine starke Demokratie aushalten muss.
  13. Mach dir übrigens keinen Stress. Ich müsste lügen, um zu behaupten, ich könnte es erwarten, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben.
  14. Most of the things I say are basically Max Goldt quotes.
  15. Ich hatte meinen Holzhammer gerade nicht griffbereit.

Fragmente (10-39)

Wir senden im Folgenden einige gute Sätze, um die bisher noch keine Romane gewachsen sind.

Schon um acht Uhr aufstehen, um im Morgenlicht zu fotografieren? Heute hat sich die Frage ebensowenig gestellt wie ich gestern Abend den Wecker.

Doch an dem Verfassen glanzloser Tertiärliteratur, das uns hier abverlangt wird, mag sich keine rechte Freude einstellen.

*Finger kapierkurbelmäßig neben Schläfe kreisen lass*

Sogar meine Oma fuhr darauf ab, die ich zuvor dem Modernen gänzlich abhold gewähnt.

Die Realität ist mal wieder die Komplizin des Guten.

Ich kam in die Wohnung und rechnete mit Anfechtungen. Doch ich vernahm nur Hammerschläge – friedliche Nutzung kinetischer Energie.

Den Eiffelturm mag ich – 120 Jahre alt und dem Kunstbegriff der meisten immer noch um 120 Jahre voraus.

It’s against my religion to discourage a pun.

Mich stört nicht so sehr das Intrigieren wie das Insinuieren.

Das ist ausnahmsweise mal etwas, das die Gesellschaft nicht aus Bosheit macht.

Sie hätte so viel Potenzial als Außenseiterin, warum muss sie alles umarmen?

Man könnte jetzt in der einem eigenen Naivität erwarten…

Was ist eigentlich aus meinem guten Vorsatz geworden, eine Banane zu essen?

Saliva est spiritus.

Ich fühle mich geschmeichelt, dass Sie so großen Wert auf meinen Gehorsam legen, aber: Nein.

Fehler? Ich?

Schweig! Schweig, wie du noch nie in deinem Leben geschwiegen hast!

Oh Gott, wenn ich so was schon…! … Go on…

I’m not secretive, I just don’t repeat myself.

Ich guck gerne so Filme über scheiternde Dreißigjährige und so.

Ah. Yes. I can see how one would find that funny.

Hugo kicherte nervös. Benjamin brach in makabere Scherze aus. Wir anderen versuchen klar zu denken.

Das war ihr Tod, doch das war ihr egal, denn sie lebte ja nicht mehr.

Kann man den jetzt einfach so sterben lassen? Im nächsten Leben ist er traumatisiert.

Du bist der Stier und hast den Kühen einen guten Morgen gewünscht. Allen einmal und einer zweimal.

Ja. Nein.

Es war ein kultiviertes Aneinandervorbeireden.

A: O Mann, wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
B: Ja, aber gräm dich nicht. Analphabetismus betrifft in Deutschland über 50.000 Menschen. Und da kann man was machen…

Der Lonely Hearts Club tagt mit nur zwei verbliebenen Mitgliedern und beschließt seine Auflösung.

Kommen wir zum Geschäftlichen: Ich mag dich.

Knick und Gegenknick

Großes Vergnügen bereitete mir gestern die Lektüre von Christoph Dieckmanns aktuellem Zeit-Artikel über den einsturzgefährdeten schiefen Turm von Bad Frankenhausen. Da heißt es nämlich:

Ein junger Mann eilt auf uns zu. Am Revers seines Jacketts zwackt der schiefe Turm.

Und später:

Wird das Geld bewilligt, gehört der Turm neuerdings der Stadt, die ihn – vorbehaltlich der Förderung – durch Ratsbeschluss vom 1. September 2011 für einen Euro von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands erwarb. Der Kirchenleitung fielen 2800 Tonnen Turmgewicht vom Herzen.

Und schließlich:

Seit Jahrhunderten wird dieser älteste Kurpatient verarztet. 1761 setzte man ihm die barocke Haube lotrecht auf, zur Korrektur der Neigung. Einziger Effekt blieb ein charmanter Gegenknick.