Signifikant

Als Vorbereitung auf eine letztlich doch nicht besuchte Sommerakademie der Studienstiftung las ich einmal The Emergence of Probability: A Philosophical Study of Early Ideas about Probability, Induction and Statistical Inference von Ian Hacking. Am nachhaltigsten faszinierte mich an dieser Lektüre der Gedanke, wie sich der Zeichenbegriff im Laufe der Jahrhunderte erweitert habe. Früher, so hieß es sinngemäß, kannte man nur Zeichen im semiotischen Sinne. Sah man beispielsweise in der Farbe und Gestalt einer Beere ein Zeichen dafür, dass sie giftig sei, so glaubte man, dieses Zeichen stamme von Gott, er bediene sich eines Zeichensystems, eines Codes, den es zu entschlüsseln gelte. Heute kenne man auch Zeichen im Sinne von Anzeichen, Indiz: Wenn ich im Laufe meines Lebens genug Daten über Beeren gesammelt habe, kann ich aus der Farbe und Gestalt einer Beere mit Hilfe probabilistischer Inferenz auf ihre Giftigkeit schließen, ohne in dieser Erkenntnis einen Akt gelungener göttlicher Kommunikation zu sehen. Daran fühlte ich mich erinnert, als ich gestern im Language Log las, die Schöpfung des Begriffes statistisch signifikant (von lat. signum: Zeichen!) sei der größte PR-Geniestreich des Statistikers R.A. Fisher gewesen.

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