Was heißt schon „Sinn machen“?

In einem politikwissenschaftlichen Text von Lothar Brock heißt es: „Häufig ist auch von supranationalen Organisationen die Rede. Wenn diese Bezeichnung einen Sinn machen soll, bezieht sie sich auf internationale Einrichtungen, die gegenüber den Staaten weisungsberechtigt sind.“ Hier ergänzte Malik einst ganz richtig: „Wenn sie keinen Sinn machen soll, bezieht sie sich auf Betriebe zur Aufzucht und Pflege von Goldhamstern.“

Nie ohne Titel

Ich bin so sehr ein Mensch der Worte, dass ich in Museen meistens zuerst wie ein Adler auf das Schildchen zuschieße, bevor ich mir ein Werk ansehe. Vor diesem Hintergrund finde ich es sehr nachahmenswert, dass die aktuelle große Monet-Ausstellung in Wuppertal auf Schildchen verzichtet und alle Angaben zu den Werken groß an die Wände gemalt hat.

Typisch

Anlässlich der deutschen Antisemitismusdebatte von 2002 ließ ich damals meinen Privatsekretär den Aphorismus „Typisch antisemitisch, den Vorwurf des Antisemitismus als Ausdruck von Antisemitismus aufzufassen!“ in Stein meißeln.

Wie man eine Magisterarbeit nicht beginnen sollte

Neulich hielt ich eine Magisterarbeit in Händen, die so oder so ähnlich begann:

For over a century, natural language semantics has attracted much scientific interest.

Finde ich keinen gelungenen Start, denn irgendwie erwartet man gleich, dass es dann so weitergeht:

High time somebody solved it already. I will do that now.

Zum Minarettverbot

Ach du Scheiße. Ich hatte gehofft, dieses Unargument nie wieder an so prominenter Stelle lesen zu müssen. Jedoch:

Die Schweizer sind die erste europäische Nation, die sich in einer freien Abstimmung gegen die Islamisierung ihres Landes entschieden hat. Nicht gegen die Religionsfreiheit, nicht gegen Lokale, in denen halal gegessen wird, nicht gegen den Islam als Religion. Nur gegen eine Asymmetrie, die auch in anderen Ländern als naturgewollt hingenommen wird.

Moslems dürfen in Europa Gebetshäuser bauen, Christen in den arabisch-islamischen Ländern dürfen es nicht (von den Juden und anderen Dhimmis nicht zu reden).

Henryk M. Broder, Einer muss den Anfang machen

Und wenn man da nicht folgen mag, gehört man zu den „Gutmenschen, die eine andere Kultur immer verteidigenswerter finden als die eigene“ (Broder)? Von wegen. Zu meiner Kultur gehört verdammt noch mal Religionsfreiheit. Einer der Gründe, aus denen sie verteidigenswert ist. Was für eine Kultur Broder verteidigen will, möchte ich lieber nicht wissen.