Was ich finde

  1. Ich verehre Lisa Simpson dafür, dass sie sich eine Zeichentricksendung anschaut, in der eine Katze mit Säure verätzt und überfahren wird, sich vor Lachen ausschüttet und anschließend ihren bedrückten Bruder fragt: „Bart, du lachst ja gar nicht! Zu subtil?“
  2. Menschen, die verschnupften Sarkasmus für Humor halten, sprechen manchmal nuschelig, weil sie vor lauter falsch verstandener „Ironie“ und „Schelmenhaftigkeit“ die Zungenspitze nicht mehr aus der Backentasche kriegen. Bei schriftlicher Kommunikation entspricht dieser Nuscheligkeit ein unheimlich verkrampftes Vermengen von Ernst und Ironie, Andeutungen und nebulösen Formulierungen.
  3. Die Zeit t, die es braucht, einen Text von einer gegebenen Qualität q zu verfassen, ist proportional zum Quadrat der Anzahl der engagiert mitwirkenden Personen n.
  4. Die Intensität i der Entrüstung, die ein Fehler legitimerweise erregen darf, ist proportional zu dem Produkt aus seiner Schlimmheit s und seiner Eindeutigkeit e.
  5. „Keine Heuchelei auf meiner Beerdigung!“, kann man ja verfügen. Aber was bringt’s? Es führt bestenfalls zu einer Meta-Heuchelei.
  6. Ein Buch muss einen interessanten Inhalt haben. Das Thema ist dann drittrangig. Erstrangig ist die Gestaltung des Umschlages!
  7. Eine Liste kann Ausreißer verkraften, das steigert u.a. ihren humoristischen Wert. Sammeln sich aber zu viele ähnliche Ausreißer an, muss eine neue Liste her.
  8. Ich beklage bei der Menschheit einen mangelhaften Sinn für genaue Wortlaute. Da wird einem vom Munde weg alles zerzitiert, zergröbert, zersext und zersponnen.

Ein Gedanke zu „Was ich finde

  1. poet

    Ad 5.: Einer meiner hiesigen Mitstudenten hat den Vorsatz, in seinem Testament zu verfügen, dass man in seinen Nachruf schreibe: „On day so-and-so Mr. So-and-so *kicked the bucket*…“ – so und nicht anders.

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