Notlandung in der S-Bahn

Warte ich doch gestern auf die S-Bahn und belausche einen jungen Mann mit Mobiltelefon und leichtem slawischem Akzent: „Stell die Maschine mal auf 3706. … Wie hoch seid ihr denn? … Ihr seid zu hoch. … Nein, Düsseldorf ist der einzige Flughafen. … Mann, Mann, Mann, ich krieg Krise. Wie soll ich euch denn jetzt runterbringen? … Für zehn Minuten Treibstoff? … Aufm Flugzeugträger? … Nein, ihr seid viel zu weit von Deutschland noch weg. … Auf der A46? … Was hat die F16 denn geladen? Habt ihr Sprengstoff, Munition, Raketen? … Zünde mal das zweite Triebwerk … 5, 4, 3, 2, 1, jetzt! … Auch das noch. … Nein, wenn das Triebwerk jetzt nicht zündet, schafft ihr’s nicht mehr nach Düsseldorf.“

Beim Einsteigen in die S-Bahn bemühe ich mich, in seiner Hörweite zu bleiben. Nachdem er im Kopf Berechnungen zur Flughöhe (in Fuß), Strecke bis zum Flughafen (in Kilometern) und Tankfüllung (in Litern) angestellt hatte, telefoniert der Mann noch mit so einer Art Leitstelle und tauschte sich mit ihr darüber aus, was ihn störte: „Dass sie Höhe verlieren. Die werden die Maschine nicht bei 5000 Fuß halten können. … Düsseldorf wollte jetzt ein Tankflugzeug hochschicken. … Sind die Landeklappen auf? Wenn die Landeklappen auf sind, ist gut. Wenn die Landeklappen nicht auf sind, ist schlecht. … Auf der A1? Der Schwertransport müsste jetzt weg sein.“

Ich wüsste gern, was aus dem Flugzeug geworden ist… noch lieber aber, warum seine Notlandung per Handy koordiniert wurde.

3 Gedanken zu „Notlandung in der S-Bahn

  1. ke Beitragsautor

    Bei Google News: Nichts im fraglichen Zeitraum. Leider gab es fast gleichzeitig zwei relativ dramatische Notlandungen skandinavischer Passagierflugzeuge…

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