Wie man sich beschäftigt…

Corinna feilt an einer Portraitzeichnung. Malik schreibt eine Kurzgeschichte. Ich memoriere eine Lügengeschichte. Zumeist sitzende, alles schweigende Tätigkeiten. Und das veranlasst den gerade eintretenden Andi zu der Bemerkung: „Ihr bietet ein unglaubliches Bild der Langeweile!“ Oh Herr, schleudere Blitze vom Himmel wider diese Oberflächlichkeit! Dass hier keine Langeweile, sondern das Gegenteil herrscht, kann man doch sogar mit den Augen sehen, ohne groß sein Hirn anzustrengen. Andi, weißt du nicht, wie gelangweilte Menschen aussehen? In der Regel ja doch eher so wie die Typen oben, die mit halboffenen Mündern auf dem Sofa hängen, sehr lauter und sehr schlechter Musik sowie sehr viel Alkohol ausgesetzt sind und sich einbilden, sich zu amüsieren. Da, wo „was los ist“, wie Mireille sagte. Wo Langeweile nicht beseitigt, sondern narkotisiert wird. Und bei uns, bei uns kreativ Tätigen! „is ja nix los. Das is ja doof.“ Verkehrter kann man nicht denken.

 

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