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Fiction

Aufzug

Und dann war da noch das Mädchen, das den Aufzug anforderte. Sie wollte nach unten fahren, drückte aber aus Versehen den Knopf nach oben und holte den korrekten Druck dann nach, sodass nun beide Knöpfe leuchteten. Ein anderer Mensch trat hinzu und sprach: „Also, mein Computer stürzt immer ab, wenn ich zu viele Tasten gleichzeitig drücke. Hoffen wir, dass nun nicht der Aufzug abstürzt.“

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Fiction

Retter

Es ist eine wenig beachtete Tatsache, dass Uhrzeiger nicht nur ihrer Länge nach zeigen können, auf die Zahlen, sondern auch in den Raum hinein, auf den Betrachter des Ziffernblatts – zumal, wenn sie dieses dreieckige Profil haben, diese Satteldachform. Als Klaus Eveling an diesem Morgen aufwachte und sah, dass es nur noch 10 Minuten waren, bis der Wecker klingeln würde, fühlte er sich richtig „angezeigt“. „I want you“, schien der zu sagen, der den Wecker gestellt hatte, und sich dabei in Uncle Sams berühmte Plakatpose zu werfen. Alles Weiterschlafenwollen half nichts, es wurde jetzt ein Mann gebraucht mit genialen Ideen, einer, der es fertigbrächte, etwa eine verunglückte Werbekampagne zu retten, indem er das zugehörige Produkt durch ein anderes ersetzte, oder jetzt einem durch eine durchTeXte Nacht in Schutt und Asche liegenden Gehirn innert dreier Stunden die Fähigkeit zu einem spritzigen Vortrag abzutrotzen. So dachte Klaus’ Gehirn, das gleichzeitig das Gehirn des genialen Retters und das Gehirn in Schutt und Asche war. Und allmählich begann sich in all dem Nebel die Crux des Planes abzuzeichnen.

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Fiction Traum

Palermitaner Totengräber

um 2003

Ich kenne nicht nur die Gräber wie meine Westentasche, sondern auch den Wissensüberschuss, der einen dorthin bringt. Wohlgemerkt, ich kenne ihn, ich habe ihn nicht. Mit anderen Worten: Ich weiß die Frage, auf die man die Antwort wissen muss, um von anderen um die Ecke und von mir unter die Erde gebracht zu werden. Nicht die Antwort selbst.

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English Internet Werk

Umzugsnotizen (5)

My old web site soviseau.de was hacked today and by God it wasn’t my fault. That gave reason to move the last curious odds and ends, boxes with bricolages from ages ago, to texttheater.de, from one attic to another, so to speak. Among them:

Der Puzzleteil-Navigator, a study for an unusual two-level menu. I remember creating the image maps with Paint and Notepad.

Riddle Sport, an interactive (edible!) virtual chocolate bar. Enjoy!

Last but not least:

dunkelwind&zwillingslicht, a series of analog photos I made of nightly London in 2003. They received artistic value by what happened to them in the photo laboratory – yet instead of paying royalties, I got a full refund! Hee hee!

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Werk

Frust und Lust mit MonoBook

Kriegt außer mir irgendjemand Darstellungsprobleme dieser Art in der Ubuntu-Ausgabe von Firefox 2? Es ist auffällig, weil ausgerechnet MonoBook, das Standard-Skin der Wikipädie, sie mit der größten Zuverlässigkeit auslöst. Abgesehen von den ekligen Rauten zerfetzt es die schönen Registerreiter:

MonoBook-Darstellungsprobleme mit Firefox 2

MonoBook ist aber auch eine monströse Schöpfung. Es ist atemberaubend und desillusionierend, zu was für Tricks gegriffen wurde, um die schöne Verpackung in jedem Browser ähnlich aussehen zu lassen. Vor allem der visuelle Eindruck von Registerreitern ist ganz schön schwarzmagisch herbeigeführt.

Trotzdem wollte ich nicht für die Gesellschaft zur Stärkung der Verben auf den fast jedem aus der Wikipädie vertrauten Look verzichten. Deutlicher kann man „Dies ist ein Wiki, und du kannst edieren“ wahrscheinlich nicht sagen. Und überraschenderweise hab ich heute Nachmittag tatsächlich endlich ein schon mit Firefox, Opera, Konqueror und Internet Explorer 7.0 für Windows erfolgreich getestetes Skin hingekriegt. Das alte funktionierte im Grunde nur mit Firefox. Man beachte die „verbalisierte“ oder, um es stark zu sagen, „verbalisorene“ Reiterbeschriftung, deren volle Pracht sich nur dem Administrator, also mir, erschließt (rechts abgeschnitten: beobachten):

MediaWiki-Skin „GSV2“

Außer denen freue ich mich kindisch über das nunmehr stilvoll abgedunkelte Rot der Quadrate und den Individualisierungseffekt, den man schon damit erreichen kann, dass man den Buch-Hintergrund an der rechten statt wie bei MonoBook an der linken Bildkante ausrichtet. Langfristig sollen da aber wieder ressortweise wechselnde, etwas farbkräftigere Hintergrundbilder hin. Ist sonst ein bisschen leer rechts.

Der Schirmschuss stammt jetzt übrigens aus Firefox 3, der kurz vor der endgültigen Veröffentlichung steht und auch das unmodifizierte MonoBook richtig anzeigt. Auch sonst ist er cool. Ein lustiges Detail ist, dass die Anzahl der Klicks, um eine Website mit ungültigem Zertifikat aufrufen zu können, von 1 auf 5 erhöht wurde. Ohne erkennbaren Sinn außer dass man gezwungen wird, länger nachzudenken, einfach hier noch ein Dialogfenster, da noch ein DHTML-Dialog, hier noch ein Knopf, den man drücken muss. Damit man auch ja weiß, was man tut.