Ein Schwank aus meiner frühen Doktorandenzeit: Wir mussten zu so einem fächerübergreifenden Pflichtseminar und hatten keine Lust. Das Seminar sollte in einem altehrwürdigen ehemaligen Gerichtsgebäude stattfinden, von dem erzählt wird, dass dort das letzte Todesurteil in den Niederlanden gesprochen wurde. Entsprechend schwer war die Tür, und wir kriegten sie nicht auf Anhieb auf. Da brachte mein italienischer Mitdoktorand uns eine Redewendung bei: Porta chiusa, visita fatta – Tür zu, Besuch gemacht; heißt wohl so viel wie: Wenn man niemanden antrifft, darf man ohne schlechtes Gewissen wieder vondannen ziehen. Wir waren dann aber doch so gewissenhaft, uns noch eine Sekunde länger mit der Tür zu beschäftigen, und sie ging dann auch auf.
Porta chiusa, visita fatta
Schreibe eine Antwort
