Archiv des Autors: Kilian Evang

Blogspektrogramm #8

Nicht-koreanische Zeichen auf Seouler Werbeplakaten – was hat es mit ihnen auf sich? Das Adjektiv nah – hat es mehr als einen korrekten Superlativ? Das jüngst erschienene Buch mit hausgemachten Neologismen von Sascha Lobo – ist es gut? Sprache ist ständig under construction – wie lässt sich das humorvoll illustrieren? Enten, die aus Wikipedia in Zeitungsartikel und Reden übernommen werden – welche gibt es da noch, außer dem besonders bekannten zehnten Vornamen zu Guttenbergs? Pseudo-Anglizismen – können uns Muttersprachler/innen des Englischen ihrer zweifelsfrei überführen? Und natürlich die Wahl zum Anglizismus des Jahres – was, warum, wie, wer, wann? Die Antworten erreichen Sie über das achte Blogspektrogramm, die Ausgabe für November 2011, diesmal wieder bei Susanne von */ˈdɪːkæf/.

Die nächste Ausgabe wird voraussichtlich hier im Texttheater erscheinen. Wie unter den derzeitigen Mitmachenden per E-Mail besprochen, soll die Weitergabe der Ausrichtung in Zukunft nicht mehr zentral (über Anatol) erfolgen, sondern jede/r, der/die das Spektrogramm ausrichtet, soll sich hauptverantwortlich um eine/n Nachfolger/in kümmern. Wer also im Februar gerne das zehnte Blogspektrogramm ausrichten möchte, darf sich ab sofort bei mir melden! Ebenso hochwillkommen sind mir ab sofort Vorschläge für tolle Blogs zu Sprachwissenschaft und verwandten Themen, die man für eine Teilnahme gewinnen könnte. Wie das Ganze noch mal funktioniert? Kann man hier nachlesen.

Arabische Hangulimitate

Wir erinnern uns, dass es findigen Seouler Werbemenschen gelungen war, den koreanischen Satz 고맙습니다 („Danke“) so zu schreiben, dass es wie arabische Schrift aussieht:

Quelle: Seoul Culturenomics

Wir erinnern uns auch, dass ich zuvor aufgegeben hatte, zu entziffern, welche arabischen Buchstaben hier verwendet wurden. Es ist schwierig, weil

  1. die Buchstaben miteinander verbunden sind, so wie in tatsächlicher arabischer Schrift. Wer nicht arabisch lesen gelernt hat, kann nur raten, wo ein Buchstabe aufhört und der nächste beginnt.
  2. viele arabische Buchstaben stark unterschiedliche Formen annehmen, je nach dem, ob sie allein dastehen, nach links, nach rechts oder nach beiden Seiten verbunden sind. Man spricht von isolierten, initialen, finalen und medialen Formen. Versucht man etwas zu entziffern, muss man also nicht nur mit 28 (so viele Buchstaben hat das arabische Alphabet), sondern mit 66 Glyphen abgleichen, siehe diese Tabelle.
  3. die koreanischen Designer sich nicht überall an diese positionsabhängigen Formen gehalten haben, sonst hätte man sich bei der Suche nach einem bestimmten Segment ja jeweils auf eine Spalte der Tabelle beschränken können. Namentlich scheint mir der zweite Glyph von rechts ﻏ zu sein, die initiale Form des Ghain. Diese könnte eigentlich keine Verbindung nach rechts haben; die Verbindung wurde wohl hineingephotoshopt. Abgesehen davon ist es mir letztlich (siehe unten) gelungen, alles ohne illegale Verbindungen nach rechts oder links zu erklären, allein das linke von den beiden Zeichen unterhalb der Grundlinie, meinem Dafürhalten nach ein ج (Dschim) wurde nach oben verbunden.
  4. die koreanischen Designer sich auch sonst mehr künstlerische Freiheit genommen haben als bei den anderen beiden Plakaten: Ich habe mir für diesen Blogeintrag gerade mal so die Grundlagen der arabischen Schrift angelesen und kenne natürlich nicht übermäßig viele arabische Schriftarten, aber mir scheint, dass Teile mancher Buchstaben weggeschnitten und manche Größenverhältnisse manipuliert wurden.

Hier nun meine Theorie, welche Zeichen für das gelbe Plakat benutzt wurden, an welcher Stelle und mit welchen Manipulationen:

Hangul-Silbenblock Hangul-Buchstabe Fremdes Zeichen Schrift Anm.
ﺤ‎‎ (Hāh, medial) Arabisch 5
ﺰ (Zāin, final) Arabisch 6
ﻌ ‎‎‎‎‎(’Ain, medial) Arabisch
ﻟ (Lām, medial) Arabisch
ﺝ‎ (Dschīm, isoliert) Arabisch
ﻨ‎ (Nūn, medial) Arabisch
(fehlt)
ظ (Zā, isoliert) Arabisch
‏ﺴ‎ (Sīn, medial) Arabisch 7
ﻏ (Ghain, initial) Arabisch
ﻟ (Lām, initial) Arabisch 8
١ (1) Indische Ziffern

5 Klassischerweise sieht das mediale Hāh deutlich anders aus, aber in modernen Schriftarten mit strenger Geometrie tatsächlich manchmal einfach wie ein Bogen, der an der durchgezogenen Grundlinie endet. Ich habe allerdings noch nie gesehen, dass es sich unten wieder so weit nach links krümmt, wie es auf dem Plakat aussieht, daher habe ich an der Hāh-Theorie noch so meine Zweifel. Auch nicht besser gefallen mir allerdings die Möglichkeiten, der ganze erste Silbenblock könnte durch ein ذ dargestellt sein, das den Punkt in der Öffnung statt oben hat, oder durch ein ن, das nach links statt nach oben geöffnet ist.
6 Hier brauchte ich irgendeinen Buchstaben, der nur aus einer niedrigen Spitze mit Punkt drüber besteht. Das Zāin passte gut, wenn man seinen Schnörkel links wegschneidet.
7 Hier wurde m.E. der ganze Silbenblock durch ein Sīn dargestellt, dem allerdings die mittlere Spitze entfernt und die rechte möglicherweise noch etwas nach oben verlängert wurde. Dafür spricht auch der große Abstand zu dem Nūn links daneben, den man in manchen Schriftarten wiederfindet, zum Beispiel in Linotypes Neue Helvetica Arabic, aber nicht in Frutiger Arabic (fünftes Wort von rechts; Quelle). Die horizontale Linie, die diesen Abstand ausfüllt, könnte man sogar als das im Silbenblock links daneben fehlende koreanische U deuten.
8 Hier wurde in die andere Richtung vom Ein-Zeichen-pro-Hangul-Buchstabe-Prinzip abgewichen: Das ㅏ wurde durch ein initiales Lām und ein Strichelchen dargestellt, das mir von Form und kulturellem Kontext her am ehesten wie die Indische Ziffer 1 vorkommt. (Ja. Im Arabischen werden Zahlen mit – ihrer Herkunft nach so genannten – Indischen Ziffern geschrieben. Was wir Arabische Ziffern nennen, sind die abendländischen Fortentwicklungen derselben, die sich in der Form schon recht stark unterscheiden.)

Hangulimitate

Geschriebene Sprache kann auf mehr als einer Ebene Bedeutung vermitteln. Einmal zählt natürlich, was geschrieben steht. Aber auch, wie es geschrieben steht. Ich denke da besonders an die Wahl der Schrift: Comic Sans MS vermittelt andere unterschwellige Botschaften als Times New Roman. Ob ein Text mit lateinischen oder kyrillischen Botschaften geschrieben wird, kann in einigen Sprachen je nach historischem Kontext ganz schöne politische Sprengkraft haben. In ganz besonderen Fällen wird etwas in einem Schriftsystem A geschrieben, aber einzelne oder alle Zeichen werden durch ähnlich aussehende Zeichen aus einem Schriftsystem B ersetzt, zum Beispiel: HΣLLΛS oder ЯUSSLAИD. Das erweckt dann Assoziationen mit der Kultur, mit der wir die fremden Zeichen verknüpfen – und führt zu gerümpften Nasen bei Sprachsnobs, die natürlich wissen, dass man Σ nicht E, sondern S ausspricht, Λ nicht A, sondern L, Я nicht R, sondern Ya, und И nicht N, sondern I. Ich aber frage: Ist das Spiel mit den ähnlich aussehenden Zeichen verwerflich, nur weil die Lautwerte ignoriert werden? Wartet mit der Antwort, bis ihr diese koreanischen Plakate gesehen habt:

Quelle: Seoul Culturenomics

So weit ich es der Google-Übersetzung des koreanischen Blogeintrags entnehmen kann, handelt es sich um eine Imagekampagne der Stadt Seoul, die ihre Internationalität herausstreichen möchte. Eine russische Freundin und Studienkollegin, die zur Zeit zur Internationalität der Bevölkerung von Seoul beiträgt, hat die Plakatserie dort in der Metro entdeckt, auf einer Mailingliste Tübinger Computerlinguist/inn/en gepostet und für einige Diskussion gesorgt. Ich musste dieser Diskussion einige Zeit lang folgen und selbst herumrätseln, bevor ich darauf kam, was genau es mit den nicht-koreanischen Zeichen auf sich hat, die groß in der Mitte der drei Plakate prangen. Um es kurz zu machen: Das sind koreanische Sätze, nämlich 안녕하세요 (Hallo), 반갑습니다 (Schön, Sie kennenzulernen) und 고맙습니다 (Danke). (Übersetzungen von Google Translate.) Nur sind die Buchstaben des koreanischen Schriftsystems Hangul durch Zeichen aus verschiedenen anderen Schriftsystemen ersetzt. Ein Hangul-Buchstabe ist immer durch genau ein Zeichen ersetzt (zumindest auf dem roten dem blauen Plakat, bei dem gelben bin ich mir nicht sicher), und die Zeichen sind wie im Hangul zu Silbenblöcken arrangiert.

Welches Plakat welchem Kulturkreis zuzuordnen ist, ist zumindest bei dem roten und bei dem gelben klar: Das rote verwendet Zeichen aus den beiden japanischen Morenschriften Hiragana und Katakana (im Hintergrund wird das Hiragana aufgelistet) und zeigt zwei stereotype japanische Personen. Das gelbe verwendet arabische Buchstaben und zeigt drei stereotype arabische Personen. Das blaue zeigt drei stereotype westliche Personen und listet im Hintergrund das lateinische Alphabet (wobei W und V in der Reihenfolge vertauscht sind). Das „Hangul“ im Vordergrund verwendet das lateinische Alphabet jedoch möglicherweise überhaupt nicht, auch wenn alle Zeichen stark an Zeichen des lateinischen Alphabets erinnern, für Koreaner/innen vermutlich umso mehr. Die wie C, L und I aussehenden Zeichen könnten natürlich gut dem lateinischen Alphabet entstammen, ebensogut aber dem Cree-Syllabar bzw. dem Kyrillischen Alphabet, die beide ohnehin vorkommen, wie an Zeichen wie ᒣ bzw. Ы zu erkennen ist. Beides nicht unbedingt typisch „westlich“.

Hier nun die Zeichen auf den ersten beiden Plakaten nach Hangul-Silbenblock im Einzelnen:

Hangul-Silbenblock Hangul-Buchstabe Fremdes Zeichen Schrift Anmerkungen
Hiragana
Katakana
Hiragana
Hiragana
Katakana
Hiragana
Hiragana
Katakana
Katakana
Hiragana
Hiragana
Katakana
Hangul-Silbenblock Hangul-Buchstabe Fremdes Zeichen Schrift Anmerkungen
Ы Kyrillisch
Cree
Cree 1
Cree
Cree
Ы Kyrillisch
3
? 4
Ы Kyrillisch
Cree 1
І Kyrillisch 1 2
С Kyrillisch 1
Cree

1 Diese Zeichen könnten dem Aussehen nach natürlich auch dem lateinischen Alphabet entstammen, aber ich ordne sie mal so zu, dass ich möglichst wenige Alphabete/Syllabare brauche.
2 Die meisten kyrillisch geschriebenen Sprachen verwenden das Zeichen І nicht, einige aber schon, z.B. das Ukrainische.
3 Dieses umgedrehte Y wird m.W. in keinem Schriftsystem für natürliche Sprache verwendet. Der Unicode-Standard ordnet es im Block Letterlike Symbols und in der Kategorie Symbol, Math ein.
4 Das könnte natürlich auch alles Mögliche sein, ich habe mal den Halbgeviertstrich eingetragen.

Die arabischen Buchstaben kriege ich nicht ohne Hilfe identifiziert. Kompetente Zuschriften führen zu Nachtrag, Ruhm und Ehre!

Herzlichen Dank an K., A., D., Z. und A., die mich durch Entdecken, Wiederentdecken, Diskutieren und Identifizieren auf die Plakate aufmerksam gemacht und viele Informationen beigesteuert haben, die in diesen Blogeintrag eingeflossen sind. Alle Fehler sind natürlich meine eigenen. Wer sie findet, muss sie abgeben (Kommentarbereich unten, E-Mail siehe Impressum).

Blogspektrogramm #7

Früher, als man Deutsch in Frakturschrift setzte, Fremdwörter aber in Antiqua, was machte man da eigentlich mit diesbezüglich heterogenen Zusammensetzungen? Ist es unfreundlich, zu sagen, Irland sei auf Ramschniveau herabgestuft worden? Man hört oft, der Busen bezeichne eigentlich nicht die weiblichen Brüste, sondern nur das Tal dazwischen, wie weit ist es mit der Behauptung her? Was für schöne Wortpaare gibt es, die ähnlich aussehen und doch Gegensätzliches bedeuten? Wenn man die deutsche Verlaufsform am Benutzen ist, wird das Verb dann groß geschrieben? A wie Anton, B wie Berta, ist dieses Buchstabieralphabet noch zeitgemäß? Antworten auf all diese Fragen sind über das siebte Blogspektrogramm zu erreichen, diesmal bei Michael Mann im Lexikografieblog.

Folien als zeitsparender Kompromiss

Ich benutze bei Vorträgen meistens digitale Folien. Nicht, weil ich das für ein tolles Medium halte. Eher aus Bequemlichkeit: Digitale Folien erfüllen mehrere Funktionen, die andere Medien zwar besser erfüllen, dafür erfüllen diese anderen Medien jeweils nur eine Funktion. Digitale Folien sind ein zeitsparender Kompromiss. Ich glaube, das ist überhaupt das Geheimnis ihres Erfolgs. Sie ersetzen (jeweils leidlich):

  1. Das Konzeptpapier. Statt sich als ersten Schritt zu überlegen, wie man den Vortrag strukturiert, kann man auch einfach drauflostippen und -klicken und nebenbei Überschriften und Abschnitte einfügen. Der Nachteil ist hier relativ harmlos, vielleicht ist man so beim Strukturieren schon von dem Erstellen einzelner Folien abgelenkt, oder man hat vor einer ersten Fertigstellung der Gliederung schon so viel Material eingegeben, dass man die Überschriften nicht mehr auf einen Blick auf einer Bildschirmseite sieht.
  2. Das Manuskript/die Stichwortzettel. Damit ein Vortrag lebendig und gut zu folgen wird, ist es sehr wichtig, dass man frei spricht und alles, was man sagen will, im Wesentlichen im Kopf hat. Natürlich kann es Hänger geben – für solche Fälle hat man immer noch die Folien, um sich daran zu erinnern, was man als nächstes sagen wollte. Folien haben gegenüber Zettelchen in der Hand den deutlichen Nachteil, dass man in der Regel nicht die Möglichkeit hat, vorauszuschauen, was als Nächstes kommt, sondern man muss die nächste Folie für das Publikum sichtbar aufrufen, bevor man sie als Gedächtnisstütze nutzen kann. Dadurch kriegt das Publikum Hänger deutlicher mit, man macht sich ggf. Überleitungen kaputt und schlimmstenfalls rauscht man voller Elan in ein neues Thema, nur um beim Weiterschalten der Folie festzustellen, dass man mit dem vorigen noch nicht fertig ist und sich unterbrechen muss.
  3. Das Tafelbild. Gute Tafelbilder entstehen während des Vortrags, idealerweise im Austausch mit dem Publikum. Indem sie Schritt für Schritt entstehen, sind sie leichter zu verstehen. Fertige Schaubilder auf Folien lassen sich mit einiger Mühe zwar auch so vorbereiten, dass sie Schritt für Schritt aufgedeckt werden, aber das ist immer weniger flexibel und bietet kaum die Möglichkeit für spontane Ergänzungen. Dafür kann man in der Vorbereitung sicherstellen, dass, egal, was man im Vortrag für Blackouts erleidet, am Ende das richtige Tafelbild vorne prangt. Außerdem kann man sich einreden, ein fertiges Bild spare Zeit – aber wenn man es schneller präsentiert, als man es hätte malen können, geht es fürs Publikum wahrscheinlich zu schnell.
  4. Das Handout. Wenn man so viel Information auf den Folien hat, dass man sie auch ohne Vortrag lesen und grob verstehen kann, ist das zunächst einmal ungemein praktisch – man muss kein separates Handout erstellen und hat trotzdem etwas, das man zum allgemeinen Nutzen und Frommen ins Internet stellen kann. Leider ist zu viel Information auf Folien tödlich für den Vortrag; zumindest mir geht es so, dass ich Textmassen auf Folien nicht vernünftig lesen kann, wenn währenddessen jemand spricht, und niemandem vernünftig zuhören kann, während vorne Buchstaben meine Aufmerksamkeit heischen. Die absolute Todsünde ist es natürlich, von Folien abzulesen, und dazu verleiten allzu vollständige Folien leider, oder schlimmer: Sie verleiten dazu, sich an ihnen zu orientieren, aber dabei ungelenk die Formulierungen zu variieren, um nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, man lese ab. Die Strategie, die ich mir über die Jahre angewöhnt habe, ist tatsächlich der Balanceakt, also so wenig Text, wie gerade noch geht, damit auch Nichtzuhörer/innen noch was mit den Folien anfangen können.

Fragmente (10-39)

Wir senden im Folgenden einige gute Sätze, um die bisher noch keine Romane gewachsen sind.

Schon um acht Uhr aufstehen, um im Morgenlicht zu fotografieren? Heute hat sich die Frage ebensowenig gestellt wie ich gestern Abend den Wecker.

Doch an dem Verfassen glanzloser Tertiärliteratur, das uns hier abverlangt wird, mag sich keine rechte Freude einstellen.

*Finger kapierkurbelmäßig neben Schläfe kreisen lass*

Sogar meine Oma fuhr darauf ab, die ich zuvor dem Modernen gänzlich abhold gewähnt.

Die Realität ist mal wieder die Komplizin des Guten.

Ich kam in die Wohnung und rechnete mit Anfechtungen. Doch ich vernahm nur Hammerschläge – friedliche Nutzung kinetischer Energie.

Den Eiffelturm mag ich – 120 Jahre alt und dem Kunstbegriff der meisten immer noch um 120 Jahre voraus.

It’s against my religion to discourage a pun.

Mich stört nicht so sehr das Intrigieren wie das Insinuieren.

Das ist ausnahmsweise mal etwas, das die Gesellschaft nicht aus Bosheit macht.

Sie hätte so viel Potenzial als Außenseiterin, warum muss sie alles umarmen?

Man könnte jetzt in der einem eigenen Naivität erwarten…

Was ist eigentlich aus meinem guten Vorsatz geworden, eine Banane zu essen?

Saliva est spiritus.

Ich fühle mich geschmeichelt, dass Sie so großen Wert auf meinen Gehorsam legen, aber: Nein.

Fehler? Ich?

Schweig! Schweig, wie du noch nie in deinem Leben geschwiegen hast!

Oh Gott, wenn ich so was schon…! … Go on…

I’m not secretive, I just don’t repeat myself.

Ich guck gerne so Filme über scheiternde Dreißigjährige und so.

Ah. Yes. I can see how one would find that funny.

Hugo kicherte nervös. Benjamin brach in makabere Scherze aus. Wir anderen versuchen klar zu denken.

Das war ihr Tod, doch das war ihr egal, denn sie lebte ja nicht mehr.

Kann man den jetzt einfach so sterben lassen? Im nächsten Leben ist er traumatisiert.

Du bist der Stier und hast den Kühen einen guten Morgen gewünscht. Allen einmal und einer zweimal.

Ja. Nein.

Es war ein kultiviertes Aneinandervorbeireden.

A: O Mann, wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
B: Ja, aber gräm dich nicht. Analphabetismus betrifft in Deutschland über 50.000 Menschen. Und da kann man was machen…

Der Lonely Hearts Club tagt mit nur zwei verbliebenen Mitgliedern und beschließt seine Auflösung.

Kommen wir zum Geschäftlichen: Ich mag dich.

Blogspektrogramm #6

Das Schöne an den Beiträgen zum Blogspektrogramm ist, dass sie immer irgendwelche Fragen beantworten, die man als Sprachinteressierter schon lange gehabt hat. In meinem Fall waren das diesmal diese:

  • Manche schreiben outgesourcet, manche outgesourced – ist das eine rein orthografische Verwirrung oder gibt es entsprechende Unterschiede in der Aussprache?
  • Warum steht in frz. dimanche das di im Gegensatz zu den anderen Wochentagsbezeichnungen vorn, wie ist das im Katalanischen und Spanischen und welche sprachgeschichtlichen Zusammenhänge gibt es?
  • Mit welchen Tricks und Vereinfachungen kriegt die Sprachenenzyklopädie Ethnologue es hin, Sprachen nach Erdteilen zu sortieren?
  • Wie wirkt mein Ich von vor fünf Jahren im Video von der Abschlussrede im Rhetorik-Seminar und was hatte es über Vornamen zu sagen?
  • Kennen auch andere das Problem, dass man an manchen Nomen- und Pronomengruppen partout keinen Genitiv markiert kriegt und wenn ja, haben sie herausgefunden, welche genau das sind?
  • Ist das Wort Zerealien eine Erfindung von Werbefuzzis (Tipp: nein, ist es nicht)?

Wer auch nur eine dieser Fragen teilt, sollte im Sprachlog beim sechsten Blogspektrogramm vorbeischauen.

Wrong Independence Assumptions

When you build probabilistic models of something (say natural language grammars), you always fall prey, to some degree or other, to wrong independence assumptions. For example, a model might capture the fact that two events are each very probable to occur, but fail to capture the fact that they are quite improbable to occur together. Since it’s always nice to have examples from everday life or popular culture for scientific concepts, I’m referring the following dialogue from The Big Bang Theory, in which Sheldon quite conspicuously makes a wrong independence assumption:

HOWARD: Someone has to go up with the telescope as a payload specialist, and guess who that someone is.
SHELDON: Muhammad Li.
HOWARD: Who’s Muhammad Li?
SHELDON: Muhammad is the most common first name in the world, Li, the most common surname. As I didn’t know the answer, I thought that gave me a mathematical edge.

User Guidance Fail

Und dann wundern sie sich, dass ich ohne das ausgefüllte Formular auf dem Amt erscheine. Bei der Vorbereitung auf den zweiten Besuch springt dann anhand der Farben der Links sofort ins Auge, was schiefgelaufen ist:

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