Sie haben jetzt die Geschichte des Hackers Mark Zuckerberg verfilmt, dabei ist doch die von Richard Stallman viel eher movie material. Die (legendenhafte) Schlüsselszene zu Beginn wäre natürlich die, in der Stallman um 1980 herum kasual in Professor Robert Sproulls Büro an der Carnegie Mellon University vorbeitropft, um den Quellcode eines bestimmten Xerox-Druckertreibers bittet und wie vom Donner gerührt ist, als seine Bitte entgegen allen Gewohnheiten abgeschlagen wird: Der Treiber ist „proprietär“, die Entwickler haben zugesichert, den Quellcode nicht herauszugeben. Also die Art von Software, mit der dann Bill Gates ein Vermögen verdiente, mit der die meisten von uns in den Neunzigern und Nullzigern aufgewachsen sind und die manche dann entnervt größtenteils hinter sich ließen, als sie von Windows zu Linux wechselten.
Ich würde die Szene so gestalten: Stallman natürlich in speckiger Jeans, verwaschenem T-Shirt und den ganzen Kopf voll langer Haare, Sproull im Dreiteiler mit akkurat gescheitelten Haaren. Während das Gespräch von einem lässigen, kollegialen Plausch in die Keimzelle eines Kriegs der Welten übergeht, fliegen dramatische Schnitte zwischen beiden Männern hin und her, untermalt von Paukenschlägen, die Kamera kommt den Gesichtern immer näher. Kalte Sachlichkeit in Sproulls Gesicht, in die sich dann ein Funken süffisanter Schadenfreude mischt, während die Züge seines hippiehaften Gegenübers von Unverständnis über Entsetzen in nackten Zorn übergehen.
Am Ende sieht man den Mann mit dem wilden Bart aus der Vogelperspektive, wie er die Fäuste gen Himmel reckt und einen Urschrei ausstößt – der Moment, in dem Richard Stallman beschließt, sein Leben von Stund an dem Kampf für Freie Software zu widmen.




