Archiv der Kategorie: Werk

Versatile Vehikel

In dem Jugendbuch Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt reisen der siebenjährige Erfinder Tobbi und der Roboter Robbi in einem „universalen Fortbewegungsmittel“ durch die Welt, das wie ein Auto fahren, wie ein Boot schwimmen und wie ein Hubschrauber fliegen kann. Das sind natürlich noch lange nicht alle möglichen Arten der Fortbewegung. Warum gab es zum Beispiel nie eine Fortsetzung mit einem Gefährt, das tauchen kann wie ein U-Boot, auf Schnee und Eis gleiten wie ein Schlitten und sich durch Gestein bohren wie verschiedene Science-Fiction-Vehikel? Und damit sind weitere Bereiche wie Schienen oder der Weltraum noch nicht einmal berührt. Was nicht ist, kann ja noch werden. Hier ist schon mal eine Skizze:

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Reisestreiflichter

In einem guten Urlaub lernt man viel. Ich bin gerade aus einem guten Urlaub zurück. Gelernt habe ich u.a.:

Liège hat einen irre schönen Hauptbahnhof.

Dass Liège einen irre schönen Hauptbahnhof hat.

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Was Sol LeWitt für Kunst gemacht hat und dass ich die mag (hier im Centre Pompidou-Metz).

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Dass es an der École Supérieure d’Art de Lorraine Metz tolle Kofferwörter gibt: réflexposer, créelectif, pensarder, beauxarder, crégarder, inaventer, expollectif, échangeroger, nouvarder, découventer, expoginer, imarpréter.

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Wie es in einem der beiden Innenhöfe des Musée d’Art Moderne et Contemporain in Straßburg aussieht.

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Dass Stuttgart eine neue, von innen ziemlich tolle Stadtbibliothek hat.

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Dass die imposante Glas-Stahl-Kuppel des Düsseldorfer Ständehauses (K21) nicht ganz dicht ist. Alle Museumsbesucher/innen stellen beim Anblick des Eimers natürlich laut die gleiche Frage: ob das Kunst sei.

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Dass es noch Einkaufszentren gibt, deren Architektur mich ehrlich beeindruckt: Hier das wurmlochartige MyZeil in Frankfurt am Main.

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Was für Bauruinen die Nazis in Nürnberg hinterlassen haben und dass manche davon – hier die Kongresshalle – aus dem richtigen Winkel ganz hübsch sind.

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Dass in Dresden wildplakatiert wird.

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Wie (toll) die Neue Synagoge in Dresden aussieht.

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Dass das berühmte Schloss Sanssouci winzig klein ist und neben einer Windmühle steht.

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Wie der Himmel über Sanssouci aussieht.

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Wo man in Hamburg ungestört Paternoster fahren kann: Im „Columbia-Haus“ in der Deichstraße 29 (Nähe Speicherstadt) und dass man beim Reinkommen in dieses elegante Jugendstilgebäude direkt ein Rohr sieht und die Wand, hinter der die Paternosterkabinen im Untergeschoss wenden.

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Dass es in der Hamburger Speicherstadt Spezialkringel gibt.

Kolokynomanie

Es war einmal ein kleiner Junge, der bekam einen Flaschenkürbis geschenkt und wurde von diesem besessen. Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner machten sich Sorgen. „Er hat sich neben mich gesetzt“, berichtete eine, „und mich ganz ernsthaft gefragt: Wo wurdest du geerntet?“ Ein anderer wusste: „Andere Jungs in dem Alter identifizieren sich mit Säbelzahntigern, er mit einem Kürbis. Er ist auch so unsportlich und verkopft und auf Erwachsene fixiert. Ich glaube, er will tatsächlich am liebsten wie ein Flaschenkürbis sein, wo man oben einen Schlauch dranmacht und ihn mit Wissen füllt, und er sitzt einfach da und lässt sich das so gefallen und wird mit der Zeit immer praller.“ Die überforderten Eltern sahen das Problem nicht: „Die Mutter sagt, seine Lieblingsfarbe ist halt Orange.“

Fröhliches Laminieren

Mittwoch, 2. Mai, 14:37 Uhr
Die in Teilzeit arbeitende Lehrerin Barbara G. ersteht im Schreibwarengeschäft des örtlichen Einkaufszentrums ein handbetriebenes Laminiergerät, um selbst erstellte Lehrmaterialien langlebiger zu machen.  Als sie den Einkauf, zu Hause angekommen, um 15:11 Uhr zunächst in die Ecke stellt, trübt kein Vorzeichen von Unheil die milde Frühsommerluft.

Samstag, 5. Mai, 15:09 Uhr
Feierliche Inbetriebnahme des Neuerwerbs anhand von Barbara G.s Stundenplan für das laufende Schulhalbjahr. Der anwesende Ehemann Friedrich G. ist beeindruckt vom Nutzen des Geräts und lässt sich gleich auch einen häufig gebrauchten Übersichtszettel laminieren.

Montag, 7. Mai, 17:57 Uhr
Nach einer längeren Schreibtischsitzung sind ein Klassensatz Übersichten über französische Verbkonjugationen sowie eine Reihe von Arbeitsblättern für Gruppenübungen im Fach Deutsch durch robuste Klarsichtfolie vor Knicken, Schmutz und Feuchtigkeit geschützt.  Sicherheitshalber fertigt Barbara G. einen zweiten Klassensatz und noch einige laminierte Exemplare der Schulhausordnung an, bevor sie zufrieden ihren Feierabend genießt.

Dienstag, 8. Mai, 16:02 Uhr
Nachdem sie gestern beinahe alle Folien verbraucht hat, hat Barbara G. heute eine neue Vorratspackung angeschafft. Sie ist allerdings noch unangetastet, da es derzeit keine neuen Unterrichtsmaterialien zu laminieren gibt. Erste Spuren von Nervosität liegen in der Luft.

Mittwoch, 9. Mai, 20:02 Uhr
Friedrich G. zeigt Anzeichen beginnender Gereiztheit. Zuvor hatte Barbara G. im Laufe des Nachmittags und Abends trotz seinem freundlichen Ablehnen insgesamt zwölfmal ihre Hilfe mit seinen ihr zufolge dringend zu versiegelnden Dokumenten angeboten.

Donnerstag, 10. Mai, 2:32 Uhr
Der in einer anderen Stadt studierende, aber derzeit zu Besuch weilende Sohn Matthias G. wundert sich sehr, als seine Mutter zu nachtschlafender Zeit an seine Zimmertür klopft, ob er zufällig noch etwas zu laminieren habe, sie sei gerade „so schön drin“. Es stellt sich heraus, dass in den vergangenen Stunden nicht nur die in einem Ordner in der Küche lagernden ausgedruckten Kochrezepte, sondern auch sämtliche Rechnungen der letzten zwei Jahre in Folie konserviert wurden, was ihren Platzbedarf mehr als verdreifacht.

Freitag, 11. Mai, 4:20 Uhr
Friedrich G. wird von einem Urschrei mit dem Wortlaut „LAMINIIIIIIIIIEREN!“ abrupt aus dem Schlaf gerissen.  Er beginnt sich ernsthafte Sorgen zu machen, zumal am Vortag mehrere Versuche, etwas auf Schmierpapier zu notieren, an einer auf unerklärliche Weise hinzugekommenen Folienschicht gescheitert waren.

Freitag, 11. Mai, 6:59 Uhr
Der Renter Horst F., Nachbar der G.s, tritt gutgelaunt vor die Pforten seines Bungalows – und schlägt der Länge nach hin. Im Krankenhaus wird er später zu Protokoll geben,  irgendetwas sei mit dem Bürgersteig anders gewesen als sonst.

Samstag, 12. Mai, 11:37 Uhr
Es ist nicht klar, wie sie es gemacht hat, aber Barbara G. hat mehrere vollständige Bücher, sämtliche Lebensmittelpackungen und eine Ananas laminiert. Auch der Kühlschrank lässt sich aufgrund einer ihn umgebenden Klarsichtfolienschicht nicht mehr öffnen. Die Familie beschließt einen Nervenarzt zu rufen, doch die Patientin ist verschwunden und lässt sich nicht mehr auffinden. Auch von Barbara G.s Laminiergerät fehlt jede Spur.

Sonntag, 13. Mai. Morgengrauen.
Eine gespenstische Stille liegt über der Wohnsiedlung Fichtenweg. Eine auf den ersten Blick unerkennbare Schicht aus Polyethylenterephthalat überzieht Bäume, Sträucher, Autos, Häuser, Katzen und Hunde. Konserviert für die Ewigkeit ist selbst der Ausdruck des Entsetzens, der sich der Gesichter der Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung in ihren letzten Augenblicken bemächtigt hat. Menschen wie du und ich, die es nicht für möglich gehalten hätten, dass Laminieren so viel Spaß macht.

Umschlaggestaltung

Das Tollste an Reclam-Heften ist ja ihr knallig einfarbiger Umschlag, der gelangweilten Schüler/inne/n reichen Gestaltungsspielraum bietet. Anlässlich der jüngsten Neugestaltung der Reclam-Hefte erfuhr ich, dass es auch einen Reclam-Band gibt, der solcherart neu gestaltete Umschlagvorderseiten zeigt. Ich bestellte ihn, erhielt ihn heute und stelle hiermit zur Schau, dass auch ich dieser Kunstgattung eine Weile lang zugeneigt war. Ich zierte meine Hefte mit Schwarzweißversionen der Logos von Audiogalaxy, Sony Ericsson und Three:

Programming Tweets of 2011

February

  • The new Twitter takes the “eventually consistent” principle of NoSQL very seriously: the data displayed is consistent on Judgement Day.

March

  • “We cannot predict whether such a query will timeout every time. This will be learned heuristically between keyboard and chair.”
  • Switched another web forum over from Latin-1 to UTF-8. The world is now a better place.

Apr

  • “We identified a tweak to the algorithm to prevent generation of swastika-like identicons.” http://bit.ly/jJsMgY

May

  • Funny how ”foreign” in Prolog and “native” in Java mean very similar things.
  • Nutzen von grafischen Tracern, Folge 121: Ein System kennenlernen, um einen grafischen Tracer dafür zu schreiben.

June

  • Duh, git users, Subversion has a “staging area” too. It’s called working directory. You’re welcome.
  • Wort des Tages: Commitsau
  • Heute: Race conditions.

August

  • Eine Hochleistungs-Rechenanlage in Stanford hat angeblich einen String gefunden, der kein gültiges Perl-Programm ist.

September

  • Vom Push-Paradigma zum Pull-Paradigma gewechselt, Tag gerettet.
  • Yay worst practices.
  • There’s no StackOverflowError that some randomly added System.out.println can’t fix. #Heisenbug #WTF #Java

October

  • “It’s not botchy, it’s *modular*!”
  • xmllint is delusional, it thinks it’s cat.
  • “This will be done manually and annually.”
  • Of all the possible ways to represent a pair in #Prolog, (A, B) is probably the most braindead one. Especially if functor(B, (,), 2).
  • You know your bug tracking workflow is broken when Google Alerts is part of it.
  • The best things in life start with cat $file |
  • 11 AM: type ‚pos_tags = ‚. 11:01 AM – 5:59 PM: read Ajax/jQuery introductions. 6:00 PM: hit backspace 11 times.
  • Nicht testen. Denken!
  • Immer wieder ernüchternd, wie weit „gut funktionierende Klasse“ von „gut funktionierende und erweiterbare Klasse“ entfernt ist. #OOP
  • Class names ending in “Helper”: not helping as far as understanding is concerned.
  • “Have you ever felt like you needed to be rewritten?”

November

  • Heute: Deadlocks.
  • Si creavisses minimum exemplum, non quaesivisses.
  • Removed one if (…) { throw …; } – and so there was a new feature.
  • Curse you, 80/20 rule in UI design.
  • }]); #BeautifulLinesOfCode
  • Word of the day: errput (the data a program sends to STDERR)
  • Nu nog even lekker formatteren.
  • And this is where I fire up Eclipse to experimentally learn yet another fact about Java.
  • Wenn schon böser CSS-Hack, dann ruhig pixelgenau.

December

  • seize.sh: mv $1 $1.bk; cp $1.bk $1; rm $1.bk
  • Welche Programmiersprache hat eigentlich diese Seuche „Ausrufezeichen als Negationsoperator“ eingeführt? Warum nicht gleich das Leerzeichen?
  • The one and only major version number: 0. The one and only development environment: production.

Fragmente (10-39)

Wir senden im Folgenden einige gute Sätze, um die bisher noch keine Romane gewachsen sind.

Schon um acht Uhr aufstehen, um im Morgenlicht zu fotografieren? Heute hat sich die Frage ebensowenig gestellt wie ich gestern Abend den Wecker.

Doch an dem Verfassen glanzloser Tertiärliteratur, das uns hier abverlangt wird, mag sich keine rechte Freude einstellen.

*Finger kapierkurbelmäßig neben Schläfe kreisen lass*

Sogar meine Oma fuhr darauf ab, die ich zuvor dem Modernen gänzlich abhold gewähnt.

Die Realität ist mal wieder die Komplizin des Guten.

Ich kam in die Wohnung und rechnete mit Anfechtungen. Doch ich vernahm nur Hammerschläge – friedliche Nutzung kinetischer Energie.

Den Eiffelturm mag ich – 120 Jahre alt und dem Kunstbegriff der meisten immer noch um 120 Jahre voraus.

It’s against my religion to discourage a pun.

Mich stört nicht so sehr das Intrigieren wie das Insinuieren.

Das ist ausnahmsweise mal etwas, das die Gesellschaft nicht aus Bosheit macht.

Sie hätte so viel Potenzial als Außenseiterin, warum muss sie alles umarmen?

Man könnte jetzt in der einem eigenen Naivität erwarten…

Was ist eigentlich aus meinem guten Vorsatz geworden, eine Banane zu essen?

Saliva est spiritus.

Ich fühle mich geschmeichelt, dass Sie so großen Wert auf meinen Gehorsam legen, aber: Nein.

Fehler? Ich?

Schweig! Schweig, wie du noch nie in deinem Leben geschwiegen hast!

Oh Gott, wenn ich so was schon…! … Go on…

I’m not secretive, I just don’t repeat myself.

Ich guck gerne so Filme über scheiternde Dreißigjährige und so.

Ah. Yes. I can see how one would find that funny.

Hugo kicherte nervös. Benjamin brach in makabere Scherze aus. Wir anderen versuchen klar zu denken.

Das war ihr Tod, doch das war ihr egal, denn sie lebte ja nicht mehr.

Kann man den jetzt einfach so sterben lassen? Im nächsten Leben ist er traumatisiert.

Du bist der Stier und hast den Kühen einen guten Morgen gewünscht. Allen einmal und einer zweimal.

Ja. Nein.

Es war ein kultiviertes Aneinandervorbeireden.

A: O Mann, wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
B: Ja, aber gräm dich nicht. Analphabetismus betrifft in Deutschland über 50.000 Menschen. Und da kann man was machen…

Der Lonely Hearts Club tagt mit nur zwei verbliebenen Mitgliedern und beschließt seine Auflösung.

Kommen wir zum Geschäftlichen: Ich mag dich.