Spoiler-Warnung
Im Folgenden werden Details zur Handlung verraten, die erst gegen Ende des Buches rauskommen. Wen das stört, der lese nicht weiter. Das Buch aber sei empfohlen.
Im Folgenden werden Details zur Handlung verraten, die erst gegen Ende des Buches rauskommen. Wen das stört, der lese nicht weiter. Das Buch aber sei empfohlen.
Nichts ist so lustig wie das Zerdreschen von Musikinstrumenten. Jedenfalls wenn es gut sound-engineert ist. Ein schönes Beispiel ist, wie Steve in Choosy Wives Choose Smith ein Cello als Waffe gegen eine Katze einsetzt. Auch schön: Der sprichwörtliche Konzertflügel, der einem immer dann auf den Kopf fällt, wenn man jede Vorsichtsmaßnahme getroffen und seinem Glück auf alle erdenklichen Weisen auf die Sprünge geholfen hat. Einen Film, in dem gleich ein komplettes Instrumentengeschäft explodiert, habe ich bisher noch nicht gesehen. Gibt es aber bestimmt. Pointers welcome.
Beim Schreiben meines Auslandssemestererfahrungsberichts für meinen Sponsor, die Landesstiftung Baden-Württemberg, stolperte ich heute, als ich versuchte, in einem Verbletztsatz einen Ersatzinfinitv (müssen) und ein normales Partizip II (gelinst) zu koordinieren. Letzteres sehen wir in (1) in natürlicher Umgebung, einem normalen Verbletztsatz. Das Perfekt des Modalverbs müssen wird nicht mit normalem Partizip II, sondern mit Ersatzinfinitv gebildet, wie wir in (2) sehen. Allerdings will zumindest mein Sprachgefühl, dass das Hilfsverb hätte sich dann an den Anfang des Verbalkomplexes bewegt (3). Dasselbe mit (1) zu machen ergibt allerdings Murx, jedenfalls im Hochdeutschen (4). Im einen Fall muss hätte sich also bewegen, im anderen darf es nicht. Wenn man jetzt die beiden Phrasen mit den Master-1-Kursen vorlieb nehmen müssen und möglicherweise neidisch über den Rhein gelinst mit und koordiniert, führt das zum Konflikt. Bewegt man hätte nicht, klingt es für mich komisch (5). Bewegt man es, klingt es sehr komisch (6). Ein unauflösbares Dilemma? Ich bin ihm ausgewichen, indem ich den Satz zu einem Verbzweitsatz umbaute (7).
(1) dass ich möglicherweise neidisch über den Rhein gelinst hätte
(2) ?? dass ich mit den Master-1-Kursen vorlieb nehmen müssen hätte
(3) dass ich mit den Master-1-Kursen hätte vorlieb nehmen müssen
(4) * dass ich möglicherweise neidisch hätte über den Rhein gelinst
(5) ? dass ich mit den Master-1-Kursen vorlieb nehmen müssen und möglicherweise
neidisch über den Rhein gelinst hätte
(6) ?? dass ich mit den Master-1-Kursen hätte vorlieb nehmen müssen und
möglicherweise neidisch über den Rhein gelinst
(7) ich hätte mit den Master-1-Kursen vorlieb nehmen müssen und
möglicherweise neidisch über den Rhein gelinst
The projects described involved the digitisation of everything from monumental inscriptions in the classical world (one of the many new words I learnt was „epigraphy“), through a 10th century palimpsest containing the earliest known manuscript of Archimedes, through the complete correspondence of the German composer Carl Maria von Weber, all the way to 1930s comic books. In all cases the challenge is to capture the detail – for example the fact that several words in an inscription might now be illegible, but were recorded in the 18th century by the first antiquarian visitors to a site. Capturing different features of the text often leads to a need for parallel markup, with corresponding XSLT challenges – but as I say, we didn’t get much technical detail.
I’m probably just going through an ignorant phase, but reading the above made me realize I don’t see the merits of XML anymore. For many applications, that is. After having contributed to a linguistic research project making heavy use of XML and XSLT for a year and a half, I wonder: Why bother to force data into the shape of trees when the data is clearly more complex than that? Because you can then do more operations with standard tools? But does this rather fuzzy advantage outweigh the morbidness of some graph-to-tree conversions and the resultant wrenches you have to make in writing tools to process the data? If I were to design, say, a platform for storing, browsing and querying linguistic annotations right now, I would definitely put a relational database at its core and not an XML one. Any similarities between this arbitrary example and real projects – *cough* – are purely coincidental.
…ist zum Beispiel auch ein Witz, wenn er in einer Sprache ist, die du nicht verstehst, und unübersetzbar – und doch lacht sich jemand direkt neben dir halb tot darüber…
Walter Krämer ist Statistikprofessor – er gastierte mal in meinem Mathe-LK, um für seinen Studiengang zu werben -, Autor vieler populärer Bücher über Irrtümer und sprachliche Irrwege und der Boss einer sprachschöpferischen Aktion mit guten Grundsätzen, deren tatsächliche Auslassungen jedoch im Großen und Ganzen als peinlich zu bewerten sind. Das muss auch sein neuestes Buch sein, falls jedes Buch den Klappentext bekommt, den es verdient:
Warum denn in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah: In Deutschland gibt es vieles, was einfach toll ist. Walter Krämer listet es auf. Sein Buch ist für die leichte Partyunterhaltung ebenso unentbehrlich wie für die seriöse Information.
Oh Mann. Da kann man ja hoffen, dass die Listenelemente dieses Buches gekennzeichnet sind, was jetzt L.P. und was S.I. ist.
Wenn zum Kaufen aufgerufen wird, um die Konjunktur anzukurbeln, und wenn Sparsamkeit der Tugendstatus abgesprochen wird, dann klingt das immer so, als wäre materieller Wohlstand das einzige Ziel des Fortschritts. Dabei ist Arbeitsvermeidung doch auch ein sehr wichtiges. Wenn einer lieber von Hartz IV lebt als einer geregelten Beschäftigung nachzugehen, ist der dann böse, weil faul? Und wenn einer auf allen möglichen Luxus verzichtet, ist der dann böse, weil Geiz ungeil ist? Oder deuten die sich damit verknüpfenden Probleme nicht vielmehr darauf hin, dass die Allokation von Arbeit, Dienstleistungen und Gütern in der Welt noch nicht smart genug geregelt ist?
Den mussten gestern Abend meine gesamten Apfelsinenvorräte gehen, weil ich keine Tüten mehr hatte, um sie zu Reiseproviant zu machen. Bisher spüre ich noch keine Anzeichen eines Vitamin-C-Schocks. Erster!
Kaum bashe ich die Kolumne Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt, schon wird sie eingestellt. Davon gnädig gestimmt gebe ich jetzt zu, dass Smokey dort auch viele kluge Sachen gesagt haben mag – ich habe die Interviewchen halt nicht gelesen. Und es kommt zwar ein bisschen spät, aber immerhin hat der Elder Statesman selber auf dem Ende des bescheuerten Formats bestanden.
Dass die Helmut-Schmidt-Nachrichten, auch bekannt als Deutschlands größte Wochenzeitung, jede Woche ihren eigenen Herausgeber interviewen, ist journalistisch so ungehörig, dass mein anarchisches Gemüt davor fast schon wieder den Hut zieht. Was mich erstaunt ist viel mehr, dass Smokey es mit sich machen lässt. Hauptsächlich ist er damit beschäftigt, persönliche und politische Interviewfragen als gefühlsduseligen Quatsch abzutun. Wäre er wirklich so souverän, wie er sich gibt, würden diese Interviews nicht stattfinden. Altern in Würde ist anders.