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Plagiatsapologie ohne Sinn und Bedeutung

Selten las ich solchen Schwachsinn wie die „sprachphilosophische Spurensuche“ zu Plagiatsvorwürfen, die Rafael Wawer gestern in das Redaktionssystem von Zeit Online gerotzt hat:

[A]ngenommen, Google oder Stephan Wolfram [sic] brächten demnächst eine öffentliche Plagiatssuchmaschine heraus, die das heutige Internet als „text corpus“-Basis (Fachbegriff der Computerlinguistik) verwendet.

Man nehme amüsiert zur Kenntnis, dass er das wahrscheinlich den meisten seiner Leser unbekannte Wort Computerlinguistik verwendet und großspurig darauf hinweist, dass Textkorpus (aus irgendwelchen Gründen als englisches Wort geschrieben) ein Fachbegriff dieser Disziplin sei, ohne sich damit aufzuhalten, ihn zu erklären. Geschenkt. Weiter:

Diese Maschine könnte Abermillionen Bücher anhand eines Buches vergleichen wie das bereits „text merge“-tools (Textvergleiche) im kleinen Rahmen tun.

Kann diesen Noob bitte mal jemand LARTen? Weder ist ein Merge-Tool ein Vergleichs-Tool noch ist eins dieser beiden Werkzeuge allein zur Plagiatssuche geeignet. Und so viel kleiner ist der Rahmen gar nicht, gängige Plagiatsdetektorsoftware benutzt doch Google und damit das Internet als Textkorpus.

Jede Suchabfrage hätte als Ergebnis den prozentualen Anteil der Plagiate am Gesamttext. Ganz oben rangierte vermutlich Guttenberg, gefolgt von – vielleicht Journalisten, Schriftstellern, Herausgebern, Nobelpreisträgern? Es gäbe einen Aufschrei.

Was wäre daran vorschnell? Plagiate kommen nicht einfach durch buchstabengetreue Übereinstimmung zustande.

Dieser Satz hat es in sich. Ich werde darauf zurückkommen, wie er das meint.

In Rom galt nicht die unerlaubte Vervielfältigung als moralisch verwerflich, sondern die Bereicherung daran. Noch zu Zeiten Shakespeares galt das originalgetreue Plagiat als Zeichen der Verehrung.

Beim Plagiat im wissenschaftlichen Sinne geht es weder um den Aspekt der Vervielfältigung noch um den der Bereicherung noch um den der Originalgetreuheit, also dient diese Ausführung nur der Verwirrung.

Im Allgemeinen verstehen wir aber unter Plagiat, von lateinisch plagium, so viel wie „Raub der Seele“. Dieb ist, wer fremde Gedanken stiehlt, seins nennt oder verkauft.

Das Stehlen fremder Gedanken ist also schlimm, das Stehlen fremder Wortlaute nicht so sehr? Aber stiehlt, wer fremde Wortlaute stiehlt, damit nicht automatisch auch fremde Gedanken? ACH, HÄTTE ICH DOCH NICHT GEFRAGT! Wawer holt Luft und doziert:

Nun beziehen sich die meisten Plagiatsvorwürfe auf Platon (428-328 v. Chr.) und erben damit seine Fehler. Platon hat die Seele mit Wachs verglichen. Eindrücke der Wirklichkeit würden zu Abdrücken auf der Seele. Erkennen wir etwas, das uns bekannt scheint, suchen wir im Schrank der Seele nach genau diesem Eindruck. Wir legen Eindruck und Abdruck übereinander. Passt etwas, rufen wir: Ah! Viele aktuelle technische Erkenntnistheorien gehen nach diesem Muster vor, ebenso neuronale Netzwerke.

Strukturen werden miteinander verglichen, indem man nach identischen Unterstrukturen sucht, ja. Man kann nicht nur zwischen identisch und nicht identisch unterscheiden, sondern in einem gewissen Maße auch ähnliche Eindrücke zueinander in Beziehung setzen. So konkret hat Platon sich das vielleicht noch nicht vorgestellt, aber er war nicht so sehr auf dem Holzweg, wie Wawer es klingen lässt:

Aber dann kam Gottlob Frege (1848-1925) und erinnerte an den „Morgenstern“. Wie sieht der Abdruck eines Morgensterns schon aus, wenn wir darunter den Planeten Venus, eine Waffe, selbst Jesus Christus und vieles weitere verstehen? Hiermit war die moderne Formalisierung von Sinn, Bedeutung und Referenz geboren – und damit die moderne Logik, die Computerwelt, das Internet. Mit Ludwig Wittgenstein (1889-1951), Bertrand Russell (1872-1970) und Jan Łukasiewicz (1878-1956) wurde sie erweitert und formalisiert. Łukasiewicz haben die Unix-Anhänger zum Beispiel zu verdanken, dass sie anstatt „8 + 5“ eher „+ 8 5“ schreiben.

Uuuffff!!! Was war das denn für ein Stunt? Einmal von Frege über das Internet zu polnischer Notation wie mit dem Dirtbike durch einen Supermarkt, viele Kenntnisse, null Zusammenhang und kaum Relevanz.

Kennte Wawer Frege, wüsste er, dass ihm das Wort Morgenstern als Beispiel für den Unterschied zwischen Sinn und Bedeutung diente – Morgenstern und Abendstern haben nämlich laut Frege verschiedene Sinne, aber dieselbe Bedeutung (den Planeten Venus). Darin steckt unter anderem das Phänomen der Synonymie, verschiedener Wörter mit gleicher Bedeutung, und das hätte Wawer brauchen können, um richtig darauf hinzuweisen, dass man ungekennzeichnete fremde Gedanken auch so umformulieren kann, dass die oben erwähnten, Wörter vergleichenden Suchmaschinen das Plagiat nicht entdecken, wie er es an anderer Stelle am Beispiel einer möglichen Umformulierung von Einsteins Relativitätstheorie auch kurz tut. Hier hebt er stattdessen auf das Phänomen der Homonymie ab, dass nämlich ein Wort – wie Morgenstern – verschiedene Bedeutungen haben kann: Venus, Waffe, Jesus usw.

Was will er uns bezüglich der Plagiatsvorwürfe damit sagen? Dass die folgende Passage, von Silvana Koch-Mehrin laut VroniPlag ungekennzeichnet und wörtlich aus Lothar Galls Buch Europa auf dem Weg in die Moderne 1850-1890 in ihre Dissertation übernommen, vielleicht gar kein Plagiat darstellt, weil sie dank der Homonymie der darin vorkommenden Wörter ja etwas ganz anderes bedeuten könnte?

„Konkret hieß das, daß sich nach England und Frankreich nun auch die meisten Staaten Mittel- und Südeuropas entschlossen, alle noch bestehenden Hindernisse für die Entfaltung des Handels und der gewerblichen Wirtschaft auf rechtlichem, finanz- und handelspolitischem Gebiet mehr und mehr abzubauen und sich künftig auch in ordnungspolitischer Hinsicht ganz auf den Markt und die Initiative des einzelnen zu verlassen.“

Natürlich nicht, eine solches Argument wäre selbst Wawer zu albern. Stattdessen schließt er aus seinem sprachphilosophischen Mäander pauschal, „dass man mit einfachen Abdruckvergleichen nicht weiterkommt“, weil menschliche Sprache „zu variationsreich“ für eine Entscheidung durch „crowd-Tribunale“ sei.

Er impliziert damit, die Bemühungen von GuttenPlag, VroniPlag und Co. hätten keine Gültigkeit. Natürlich können sie nicht alle Plagiate aufspüren. Aber wenn sie denn eine schlichte wörtliche Übernahme wie oben aufspüren, ist das dann nicht ein über jeden Zweifel erhabener Nachweis eines Plagiats, um meine schnell bereute Frage von oben zu wiederholen?

Wawer sagt nein. Er behauptet allen Ernstes, die oben zitierte Passage bedeute nichts weiter als „Mittel- und Südeuropa orientieren sich an der Marktwirtschaft“ und dass das eine Trivialität sei. Wortlaute ungekennzeichnet zu übernehmen, die Gemeinplätze formulieren, ist für Wawer noch kein Plagiat (und diese bornierte Privatmeinung erhebt er Ursula-März-mäßig zur „Regel“):

Die Regel lautet: Wer neuartige Bedeutungen und Sinnzusammenhänge stiehlt, der ist ein Dieb, also wer zum Beispiel dem nächsten Einstein beim Reden im Schlaf zuhört. Denn die Wissenschaft lebt vom Neuen. (…) Wer Allgemeines wörtlich kopiert, ist doof, aber kein Verbrecher. Dass Regen vom Himmel fällt, braucht nicht bewiesen zu werden.

Damit verkennt er total, was den Guttenbergs und Koch-Mehrins dieser Welt eigentlich vorzuwerfen ist. Das Stehlen von neuen Ideen wäre an sich ja gerade kein Problem, denn insofern die Wissenschaft vom Neuen lebt, ist es wichtig, dass, aber nicht, von wem es unters Volk gebracht wird. Plagiate sind hingegen deswegen schlimm, weil sie erstens das Urheberrecht der Autorinnen verletzen, zweitens (wichtiger) das wissenschaftliche Arbeiten der gesamten Disziplin sabotieren, indem Quellen verschwiegen werden und dadurch das Nachvollziehen von Entwicklungen und Zusammenhängen erschwert wird, drittens und wichtigstens jedoch zum Erwerb eines Titels eine Leistung vorgetäuscht wird, die nicht erbracht wurde, nämlich eine ganze Dissertation nach den Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens zu schreiben. Dazu gehört nicht zuletzt, alles genau zu durchdenken und mit eigenen Worten zu formulieren bzw. korrekt als Zitat zu kennzeichnen, um eine klare, lesbare und nachvollziehbare Darstellung zu erhalten. Neue Ideen hat man oder hat man nicht, das ist keine Frage des Anstandes und nur begrenzt eine des Fleißes. Die Knochenarbeit, an der sich das wissenschaftliche Ethos meiner Ansicht nach erweist, steckt im korrekten Aufschreiben und in der Literaturrecherche – hierzu gehört auch, nach Kräften zu versuchen, herauszufinden, ob eine Idee, die man selbst hat, nicht jemand anders schon vorher veröffentlicht hat.

Ich werde den Verdacht nicht los, dass Wawer das deshalb nicht weiß, weil er in seinem eigenen Philosophiestudium nie so gearbeitet, sondern sich immer nur Wissensbrocken angelesen und zu irgendwelchem zusammenhanglosen Rhabarber verleimt hat. Nur so eine Vermutung.

Turmbau zu Straßburg

Um diese nette Beobachtung noch einmal in einem weniger flüchtigen Medium als der Süddeutschen Zeitung festzuhalten (ich fand gerade einen vergilbten Ausschnitt vom 17. Januar 2007), amerikanische christliche Fundamentalisten haben die Europäische Union als die Hure Babylon identifiziert. Als Hinweise darauf werten sie nicht nur unsere babylonische Sprachenvielfalt, sondern auch die Architektur des Straßburger Parlamentsgebäudes:

Pieter Bruegel der Ältere, Turmbau zu Babel (1563)

Europäisches Parlament, Straßburg, Foto: mitko_denev

Wir gottlosen Altweltler.

Hässlich

Wir werden die Klimakatastrophe ja nur noch am Rande erleben, sagen sich Journalisten wie Hanno Rauterberg oder Ulf Poschardt, warum sollten wir also in unseren verbleibenden Jahrzehnten Windräder, Solaranlagen oder Energiesparlampen tolerieren, wo diese doch unseren ästhetischen Gewohnheiten gar nicht entsprechen? Mir bleibt die Spucke weg.

Interessant auch Poschardts Kontrast zwischen „fleißigen Eltern und Großeltern“, die uns Häuser vererbt haben, und… nun ja, der faulen und lasterhaften Bande von Grünen-Wähler/inne/n und Solaringenieur/inn/en, die zehn Stunden am Tag Latte Macchiato trinken und im Rest ihrer Zeit Pläne aushecken, wie man die Dächer dieser Häuser möglichst sinnfrei verschandeln kann.

Tip to the hat to Klaus Jarchow.

Darf man Facebook regulieren?

Julia Schramm von der datenschutzkritischen Spackeria und Konstantin von Notz von den Grünen sprechen in diesem Podcast über Datenschutz. Sie sind sich einig: Die deutschen Datenschutzgesetze müssen grundlegend überarbeitet werden, um der durch PCs, Smartphones und das Internet veränderten Realität gerecht zu werden.

Ein weiteres Schwerpunktthema ihres Gesprächs ist: Soll/darf der deutsche Staat Facebook stärker regulieren? So geil und lustig ich Datenschutzkritik auch finde, meiner Meinung nach wäre das nicht verwerflich und sogar stark von Facebook provoziert. Die elegantere Lösung fände ich jedoch, staatlicherseits einfach einen Batzen Geld in den Betrieb und das Promoten von Diaspora-Servern zu investieren, damit man mal eine echte, ISB-technisch weniger bedenkliche Alternative hätte.

Alternativen zum Bedingungslosen Grundeinkommen

Ich sympathisiere stark mit der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens. Die Idee mag nicht von heute auf morgen umsetzbar sein, aber sie gibt die einzig sinnvolle Richtung für die Zukunft des Sozialstaats vor, will mir scheinen. Denn welche Alternativen gibt es?

  1. Weiter wie bisher: Viel Arbeit und Geld für die Starken, Minimalversorgung und Demütigung für die Schwachen. Nachteile: Verelendung der Schwachen, Überwachungsbürokratie.
  2. BGE light: Grundeinkommen unter der Bedingung, dass man nicht mehr als X verdient, oder eine negative Einkommensteuer. Sonst keine Bedingungen, kein Druck, Arbeit zu finden. Nachteile: Überwachungsbürokratie, aber immerhin weniger davon. Halte ich insgesamt für die zweitbeste Lösung, zusätzlich hat sie den Charme, dass sie sich nicht so doll vom bestehenden System unterscheidet.
  3. „Gerechte“ Modelle: Kritiker/innen des BGE und verwandter Modelle finden, dass alles ganz „gerecht“ zugehen muss und dass es automatisch „ungerecht“ wäre, wenn jemand, der nicht zum materiellen Wohlstand der Gesellschaft beiträgt, daran teilhat. (Ich bin in beiden Punkten anderer Meinung.) Zwei Arten von Modellen stellen die „Gerechtigkeit“ in den Mittelpunkt:
    1. Rückkehr zur Selbstversorgerwirtschaft: Die Gesellschaft hat dann gar keinen materiellen Wohlstand, also kann auch niemand daran teilhaben. Nachteile: Sehr unrealistisch, Verelendung der Schwachen, sehr gefährlich für Kultur.
    2. Vollbeschäftigung: Alle arbeiten (außer denen, die nicht können), alle haben am gesellschaftlichen Wohlstand teil. Nachteil all dieser Modelle: Man braucht immer noch eine Definition davon, was „arbeiten können“ bedeutet, und eine Überwachungsbürokratie, die sie anwendet. Das Ziel „Arbeit für alle“ kann auf zwei grundsätzliche Weisen erreicht werden:
      1. Wenn zu wenig Arbeit da ist, mehr Arbeit schaffen. Nachteile: 1. Ist das sinnvoll? Ich hänge ja immer noch einem Fortschrittsbegriff an, der nicht nur höheren materiellen Wohlstand bei gleichem Arbeitseinsatz, sondern auch gleichen materiellen Wohlstand bei geringerem Arbeitseinsatz und mehr Freizeit als Erfolg anerkennt. Die begrenzten materiellen Ressourcen der Erde legen das auch nahe. 2. Es scheint ja selbst in unserem gegenwärtigen, das Ziel „Wachstum“ nicht hinterfragenden System nicht zu gelingen, Vollbeschäftigung zu erreichen.
      2. Die vorhandene Arbeit gerechter verteilen, d.h. Sozialismus. Eine Möglichkeit dazu ist, alle Tätigkeiten mit einem gleichen Stundenlohn zu versehen, dann kann man mehr oder weniger arbeiten, aber es können keine riesigen Unterschiede in der Bezahlung mehr entstehen. Es spricht viel für solche Modelle und das Egalitäre daran ist mir sehr sympathisch. Es spricht aber auch viel dagegen; was mich am meisten stört, ist, dass es sich ja im Grunde nur über ein Verbot jeglichen unternehmerischen Handelns durchsetzen ließe. Nachteile also: Überwachungsbürokratie, extreme Einschränkung der Freiheit.

Ungültig wählen — Piraten wählen

@markobr berichtet vom Kreiswahlausschuss Tübingen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, dass laut Leitfaden bzw. Interpretation des Kreiswahlleiters ein durchgestrichener Stimmzettel, bei dem der Strich einen Wahlvorschlag nicht getroffen hat, als Stimme für diesen Wahlvorschlag zähle. Ich finde das reichlich bizarr, und wäre der Tweet zwei Stunden später gekommen, ich würde es für einen Aprilscherz halten. Wofür drucken sie denn schließlich die Kreise auf die Stimmzettel? Die schöne Nachricht ist: Als unterste Partei auf dem Stimmzettel scheint die Piratenpartei am meisten von der merkwürdigen Regelung profitiert zu haben, gegenüber dem vorläufigen amtlichen Endergebnis sind im Wahlkreis Tübingen wohl 28 Stimmen dazugekommen. Bei der CDU (ganz oben auf dem Stimmzettel) immerhin fünf.

Deep Space Nine

Ja, Deep Space Nine ist, finde ich, die beste der sechs Star-Trek-Serien (nicht, dass ich mir von The Original Series, The Animated Series oder Enterprise je nennenswerte Teile angeguckt hätte, I like my future distant). In allen anderen steht ein Raumschiff im Mittelpunkt, und das bedeutet: Die Crew fliegt irgendwohin, findet ein Problem vor, löst es und fliegt weiter. Deep Space Nine aber ist eine Raumstation an einem strategisch und historisch sehr bedeutsamen Ort in der Galaxie und kann nicht wegfliegen vor der Gemengelage aus politischen und religiösen Konflikten, Bedrohungen und Kriegen, wirtschaftlichen Interessen und ständig wechselnden Allianzen, die das mit sich bringt. Benjamin Sisko und seine Crew müssen von der ersten bis zur letzten Staffel damit fertig werden, was die Serie auf einer ganz anderen Ebene interessant macht als die Abenteuer von Captains wie Picard und Janeway, die ich als Teenager bevorzugte.

Auch vom Produktionsdesign her hat Deep Space Nine den anderen Star-Trek-Serien viel voraus. Wir befinden uns nicht auf einem Sternenflottenschiff mit seinem glatten, funktionalen Ambiente, sondern auf einer Raumstation, die bajoranische Sklaven für Cardassianer gebaut haben, die es gerne dunkel, warm und zerklüftet mögen, aber mit einem ausgesprochen reichhaltigen Formenspiel. Die Konsolen, der Wandschmuck, die Panele, die Fenster, die Gänge, alles ist auf etwas bedrohliche, aber auch ausgesprochen ästhetische Weise verwinkelt und verspielt, jede auf der Station spielende Szene gibt den Augen Süßes. Nicht gegeizt wurde auch mit Makeup für die Aliens auf dem Promenadendeck, von denen viele sich wirklich durch mehr als ein paar kleine Wülste und Flecken im Gesicht von Menschen unterscheiden. Nicht zuletzt haben drei Ferengi und etliche Cardassianer wichtige Rollen, nicht gerade die unaufwändigsten Spezies für Maske und Schauspieler.

Der Barkeeper Quark und der Geheimdienstler/Schneider Garak sind es auch, die den hohen modischen Anspruch der Serie zuvörderst verkörpern. Mit ihren in Farbe und Schnitt sehr einfallsreichen zivilen Garderoben sind sie so recht was zum Hingucken. Und auch was die Sternenflottenuniformen betrifft, spielt Deep Space Nine eine löbliche Rolle, weil die Serie gleich zu Anfang die aus The Next Generation bekannten Bonbonfarben der Uniformrümpfe durch Tausch mit Schwarz an die Schulterpartie verbannt – und in einer späteren Staffel gar an die Unterhemden, deren etwas ins Fliederfarbene spielende Grau wiederum auf die Schulterpartie umzieht, die gleichzeitig senkrecht abgesteppt wurde. Die so verbesserte, nicht mehr ganz so pyjamahaft wirkende Uniform tauchte auch in neueren Star-Trek-Filmen und in Voyager auf.

Tugendterror

Die Ökospießer, so heißt es, schmücken sich zwar mit ökologischen Attributen wie penibler Mülltrennung, Biokost und Solardächern, wollen aber genau so wenig wie die anderen Spießer auf den luxuriösen Lebensstil verzichten, der das eigentliche Problem für die Umwelt und für die Gerechtigkeit zwischen den Völkern ist. An dem Vorwurf ist sicher viel dran, auch wenn das Bild vom Grünen-Wähler mit Porsche Cayenne nicht annähernd so typisch sein dürfte wie seine Beschwörer, darunter auch @prenzlbergmutti, glauben machen wollen. Aber was soll das Wort vom Tugendterror, das ich in letzter Zeit häufig lese? Kriegt man in grünen Vierteln etwa ausgeweidete Katzen an die Haustüre genagelt oder mit Blut an die Fenster geschrieben, wenn man bei Aldi einkauft oder Atomstrom bezieht? Oder ist das Wort in der Nachfolge von Gutmensch nur ein Schimpfwort für die blöden Nachbarn? Aus Groll daraus, dass die es wenigstens schaffen, ein bisschen ökologisch verträglicher zu leben, während man selbst immer noch fünfmal in der Woche Fleisch isst und viel fliegt?

Ezri Dax

I’m a huge fan of Ezri Dax because she is the only character in Star Trek: Deep Space Nine who consistently stands up to Klingon crap. Observe:

EZRI: Stop it.
WORF: A Klingon would rather die than be held captive!
EZRI: What are you going to do? Kill yourself and leave me here alone?
WORF: This is no time for your jokes!
EZRI: It’s no time for Klingon chest-thumping either.
(’Til Death Us Do Part)

WORF: Now, tell me what you think.
EZRI: Okay. But I’m not sure you’re going to like it.
WORF: Tell me.
EZRI: I think that the situation with Gowron is a symptom of a bigger problem. The Klingon Empire is dying. And I think it deserves to die.
WORF: You are right. I do not like it.
EZRI: Don’t get me wrong, I’m very touched that you still consider me to be a member of the House of Martok, but I tend to look at the Empire with a little more scepticism than Curzon or Jadzia did. I see a society that is in deep denial about itself. We’re talking about a warrior culture that prides itself on maintaining centuries old traditions of honour and integrity, but in reality it’s willing to accept corruption at the highest levels.
WORF: You are overstating your case.
EZRI: Am I? Who was the last leader of the High Council that you respected? Has there even been one? And how many times have you had to cover up the crimes of Klingon leaders because you were told it was for the good of the Empire? I know this sounds harsh, but the truth is, you have been willing to accept a government that you know is corrupt. Gowron’s just the latest example. Worf, you are the most honourable and decent man I’ve ever met, and if you’re willing to tolerate men like Gowron, then what hope is there for the Empire?
(Tacking into the Wind)

Also, she hates gagh.