Archiv des Autors: Kilian Evang

Highbrow Java

Here’s examples from my actual code of five lesser-known Java features, in increasing order of how much fun I had discovering they exist.

Anonymous classes

These are fairly well-known, so let’s go for a freaky example – an anonymous class declaration within the head of a (labeled!) for loop:

sentence : for (List children :
        node.getOrderedChildrenBySpan(
        sentence.getOrderedTerminals(), new Test() {

	@Override
	public boolean test(Node object) {
		return false;
	}

})) {
	for (Node child : children) {
		String tag = child.getLabel().getTag();

		if (tag.contains("-SBJ")) {
			break sentence;
		}

		tags.add(PTBUtil.pureTag(child));
	}
}

Enums

Boring, I know. I’m mentioning them here for completeness because I found out about them rather late and was like, hey, cool, that’s much nicer and cleaner than working with explicit integer constants.

public enum EditOperationType {

	DELETE, INSERT, SWAP, MATCH;

	@Override
	public String toString() {
		switch(this) {
		case DELETE:
			return "delete";
		case INSERT:
			return "insert";
		case SWAP:
			return "swap";
		default:
			return "match";
		}
	}

}

Generic methods

Luckily, the following code is no longer live.

@SuppressWarnings("unchecked")
public  T retrieve(
        Class type, int id) {
    return (T) getStoreForType(type).retrieve(id);
}}

Instance initializers

I know I discovered these once thinking I needed a constructor in an anonymous class and wondering how to do this, because how would one declare a constructor in a class without a name? It did not remain in my workspace, however, and I never used an instance initializer again. In the case of anonymous classes, I tend to use final variables outside of the anonymous class, or derive them from classes whose constructors already handle everything I need. So I’m pulling an example from someone else’s code:

_result = new ContainerBlock() {
    {
        setPanel(_panel);
        setLayout(LayoutFactory.getInstance()
                .getReentrancyLayout());
        addChild(unboundVarLabel);
    }
};

Multiple type bounds

public abstract class IncrementalComparator<
        T extends HasSize & HasID> {
    // ...
}

I wonder what’s next.

Deep Space Nine

Ja, Deep Space Nine ist, finde ich, die beste der sechs Star-Trek-Serien (nicht, dass ich mir von The Original Series, The Animated Series oder Enterprise je nennenswerte Teile angeguckt hätte, I like my future distant). In allen anderen steht ein Raumschiff im Mittelpunkt, und das bedeutet: Die Crew fliegt irgendwohin, findet ein Problem vor, löst es und fliegt weiter. Deep Space Nine aber ist eine Raumstation an einem strategisch und historisch sehr bedeutsamen Ort in der Galaxie und kann nicht wegfliegen vor der Gemengelage aus politischen und religiösen Konflikten, Bedrohungen und Kriegen, wirtschaftlichen Interessen und ständig wechselnden Allianzen, die das mit sich bringt. Benjamin Sisko und seine Crew müssen von der ersten bis zur letzten Staffel damit fertig werden, was die Serie auf einer ganz anderen Ebene interessant macht als die Abenteuer von Captains wie Picard und Janeway, die ich als Teenager bevorzugte.

Auch vom Produktionsdesign her hat Deep Space Nine den anderen Star-Trek-Serien viel voraus. Wir befinden uns nicht auf einem Sternenflottenschiff mit seinem glatten, funktionalen Ambiente, sondern auf einer Raumstation, die bajoranische Sklaven für Cardassianer gebaut haben, die es gerne dunkel, warm und zerklüftet mögen, aber mit einem ausgesprochen reichhaltigen Formenspiel. Die Konsolen, der Wandschmuck, die Panele, die Fenster, die Gänge, alles ist auf etwas bedrohliche, aber auch ausgesprochen ästhetische Weise verwinkelt und verspielt, jede auf der Station spielende Szene gibt den Augen Süßes. Nicht gegeizt wurde auch mit Makeup für die Aliens auf dem Promenadendeck, von denen viele sich wirklich durch mehr als ein paar kleine Wülste und Flecken im Gesicht von Menschen unterscheiden. Nicht zuletzt haben drei Ferengi und etliche Cardassianer wichtige Rollen, nicht gerade die unaufwändigsten Spezies für Maske und Schauspieler.

Der Barkeeper Quark und der Geheimdienstler/Schneider Garak sind es auch, die den hohen modischen Anspruch der Serie zuvörderst verkörpern. Mit ihren in Farbe und Schnitt sehr einfallsreichen zivilen Garderoben sind sie so recht was zum Hingucken. Und auch was die Sternenflottenuniformen betrifft, spielt Deep Space Nine eine löbliche Rolle, weil die Serie gleich zu Anfang die aus The Next Generation bekannten Bonbonfarben der Uniformrümpfe durch Tausch mit Schwarz an die Schulterpartie verbannt – und in einer späteren Staffel gar an die Unterhemden, deren etwas ins Fliederfarbene spielende Grau wiederum auf die Schulterpartie umzieht, die gleichzeitig senkrecht abgesteppt wurde. Die so verbesserte, nicht mehr ganz so pyjamahaft wirkende Uniform tauchte auch in neueren Star-Trek-Filmen und in Voyager auf.

Tugendterror

Die Ökospießer, so heißt es, schmücken sich zwar mit ökologischen Attributen wie penibler Mülltrennung, Biokost und Solardächern, wollen aber genau so wenig wie die anderen Spießer auf den luxuriösen Lebensstil verzichten, der das eigentliche Problem für die Umwelt und für die Gerechtigkeit zwischen den Völkern ist. An dem Vorwurf ist sicher viel dran, auch wenn das Bild vom Grünen-Wähler mit Porsche Cayenne nicht annähernd so typisch sein dürfte wie seine Beschwörer, darunter auch @prenzlbergmutti, glauben machen wollen. Aber was soll das Wort vom Tugendterror, das ich in letzter Zeit häufig lese? Kriegt man in grünen Vierteln etwa ausgeweidete Katzen an die Haustüre genagelt oder mit Blut an die Fenster geschrieben, wenn man bei Aldi einkauft oder Atomstrom bezieht? Oder ist das Wort in der Nachfolge von Gutmensch nur ein Schimpfwort für die blöden Nachbarn? Aus Groll daraus, dass die es wenigstens schaffen, ein bisschen ökologisch verträglicher zu leben, während man selbst immer noch fünfmal in der Woche Fleisch isst und viel fliegt?

Ezri Dax

I’m a huge fan of Ezri Dax because she is the only character in Star Trek: Deep Space Nine who consistently stands up to Klingon crap. Observe:

EZRI: Stop it.
WORF: A Klingon would rather die than be held captive!
EZRI: What are you going to do? Kill yourself and leave me here alone?
WORF: This is no time for your jokes!
EZRI: It’s no time for Klingon chest-thumping either.
(’Til Death Us Do Part)

WORF: Now, tell me what you think.
EZRI: Okay. But I’m not sure you’re going to like it.
WORF: Tell me.
EZRI: I think that the situation with Gowron is a symptom of a bigger problem. The Klingon Empire is dying. And I think it deserves to die.
WORF: You are right. I do not like it.
EZRI: Don’t get me wrong, I’m very touched that you still consider me to be a member of the House of Martok, but I tend to look at the Empire with a little more scepticism than Curzon or Jadzia did. I see a society that is in deep denial about itself. We’re talking about a warrior culture that prides itself on maintaining centuries old traditions of honour and integrity, but in reality it’s willing to accept corruption at the highest levels.
WORF: You are overstating your case.
EZRI: Am I? Who was the last leader of the High Council that you respected? Has there even been one? And how many times have you had to cover up the crimes of Klingon leaders because you were told it was for the good of the Empire? I know this sounds harsh, but the truth is, you have been willing to accept a government that you know is corrupt. Gowron’s just the latest example. Worf, you are the most honourable and decent man I’ve ever met, and if you’re willing to tolerate men like Gowron, then what hope is there for the Empire?
(Tacking into the Wind)

Also, she hates gagh.

Belauscht in Tübingen

Hinweis: Beinahe alle Kürzel sind mehrfach vergeben.

S.: Und, hast du deine Briefmarken noch gekriegt?
K.: Ja. Die ewig gleichen Blumengrüße. Die könnten sich ruhig mal wieder neue Briefmarken einfallen lassen.
A.: Die gibt’s nur in Zehnerpäckchen, oder?
S.: Wenn man einzelne will, …
A.: …muss man zum Automaten.
S.: Und die sind so hässlich!
K.: Naja, hässlich trifft es nicht ganz, aber sie haben doch einen sehr kühlen Charme.

A.: Auch ’n tictac?
K.: Nein danke, ich hab schon ein Konkurrenzprodukt im Mund.

C.: Ich habe mein altes Handy verschenkt unter der Prämisse, dass ich den Klingelton bezahlt kriege.

K.: Morgen, A.! Wie ist die Lage?
A.: Alles senkrecht! … Stellt euch mal vor, alles wäre senkrecht, nichts wäre waagerecht. Man hat das mit Katzen gemacht. Man hat sie in einer Umgebung ohne waagerechte Linien aufwachsen lassen. Sie waren später nicht in der Lage, waagerechte Linien zu erkennen.

J.: Joyce’ Ulysses kann man ja nur verstehen, wenn man ein abgeschlossenes Literaturstudium hat, die Weltliteratur in- und auswendig kennt und auch sonst ein bisschen am Rad dreht.

A.: Ein Stück Kühlbox mit butterbrotpapierbezogenem Glaslaternchen und einer verschließbaren Metallkiste mit Münzeinsatz (Plastik) und 1 dazu passenden Schlüssel an einem Plüschpferdchen ordnungsgemäß erhalten.

A.: Geschirr müssen wir selbst mieten, da hatte sie zu viel Angst um das gute Max-Planck-Geschirr für Lebensmitteltechnologie.

A.: Schönheitswettbewerb gegen nen Pfannkuchen gewinnt man nicht. Der sieht einfach zu lecker aus.

A.: You’ve risen from the depths of my spam folder and I hereby welcome you as a proud member of the regular incoming mail!

J.: In my Latin classes at school, the different uses of cum as a connective were subject to debate each time that word occurred in a text to be translated. Couldn’t it be causal? – Possibly, yes. – I translated it with ‘although’, is that acceptable? – Certainly. – What about cum historicum? — Yes, why not? etc. etc.

K. about a ghost train in a movie: It looks like German Regionalbahn.
A.: Except that German Regionalbahn usually features fully opaque dorks.

A.: Und ich muss ja R.s Text noch lernen.
G.: Ja, aber das ist ja nicht so viel. Du hast nur einen Auftritt… ah, nee, zwei Auftritte. Drei? Drei Auftritte.
F.: Also eigentlich die Hauptrolle.
K.: Eigentlich ist es ein One-Woman-Stück, und du bist die Einzige.

N. is testing the flexibility of the cat.
K.: He still loves N. to death.
N., cheerfully: Stockholm syndrome!

N.: Der Film handelt davon, dass in einem Dorf gehäuft Enthauptungen auftreten. Und diese Enthauptungen sind auf einen kopflosen Reiter zurückzuführen.

A.: Of course, every new Web tool foisted upon us quickly develops its own code of conduct and a set of subtle signals, offering us even more opportunities for social missteps.

R.: Sag mal, J., kommst du vor lauter Stylen eigentlich überhaupt noch zum Leben?

A.: über sexuelles und anderweitiges Non-Standard-Verhalten: Ich bin so etwas nicht gewohnt. In meiner Familie gibt’s nicht mal Linkshänder.

S.: Vielleicht findet er es ja toll, irre genannt zu werden.
A.: Es heißt ja nichts anderes.
J.: Das ist ja das Verrückte!

N.: Was ist das denn für ein Weg zum Grillplatz?
A.: Er führt durch ein schmales, dunkles Tal. Wenn du rechts vom Weg abkommst, fällst du ihn den Bach. Wenn du links vom Weg abkommst, fällst du in den Weiher. Es gibt Seerosenteiche mit Seerosen, Grotten mit Grottenolmen und einen einäugigen Schuhu.

A.: Go crazy, moderately.

A.: Dear God. please let my point get across.

J.: Ich habe versucht, für deine Position zu argumentieren, und bin kläglich gescheitert.

R.: 1,0? Ich hatte ja schon lange den Verdacht, dass du unheimlich intelligent bist. Unheimlich nicht im Sinne von überaus, sondern im Sinne von erschreckend.

T.: Nächster Tagesordnungspunkt, angesetzt für 7 Minuten: Die Kuschelsituation.
S.: Oh, ich weiß nicht, ob 7 Minuten da reichen werden.

Belauscht in Düsseldorf (und anderswo)

M.: Den Stowasser würde ich nicht mal unter den Kopierer kriegen, wenn er dazu da wäre, LKWs zu kopieren.

M.: Ich koste es, was es wolle.

M., gequält von Gewissensbissen wegen des Verzehrs fremden Brotes: Ich versündige mich an meines Nächsten Laib!

M.: Wenn Dieter Bohlen an die Macht kommt, wiederholen wir noch einmal den Reichstagsbrand, und zwar mit verteilten Rollen.

K.: Guten Morgen, B. Willkommen in der Welt der Denkenden. Ich hoffe, deine Reise war angenehm und du wirst dich bald hier zurechtfinden.

K.: Jetzt müssen wir doch den Computer aufschrauben. Oder Windows Media Player 7 benutzen.
M.: Ich hol schon mal den Schraubenzieher.

K., über einer Bildbearbeitungsaufgabe verzweifelnd: Du siehst aus wie unsere Tapete. Das machst du mit Absicht.

K.: Du kennst beide, also entscheide.

K.: Ich würde mir nie die Beine mit Wachs entfernen.

K.: Im Moment sag ich allen, dass ich Sprachwissenschaft und Jura studieren werde.
M.: Genau. Und wenn du dann klug bist, verfasst du Rechtsschinken.
K.: Ja. Aber als ob es davon nicht genug gäbe. Zu viele, wage ich zu sagen.
M.: Ja. Aber jedes Gericht würde sie kaufen! Weltweit! Und es gibt viele! Denk nur an die ganzen Fischgerichte!

M. über gelieferte Hardware zu einem noch nicht funktionierenden DSL-Anschluss: Ein Splitter – und nichts zu splitten!

M.: Komm, setz dich hin, es ist nervig. Da steht dann immer so einer, und der ist rot.
R.: Und kastenförmig.

M.: Bin ich Jesus, wachsen mir Schriftrollen aus der Tasche?

R.: Herrn K.s Fragen kann ich immer so aus dem Stammhirn beantworten.

M.: Wenn er noch nasaler spricht, redet er durch die Augen.

M.: Jetzt noch mal für die Leute, die nicht so audiovisuell ansprechbar sind und nur lesen können…

M.: Ausrufezeichen quellen ihm aus Mund und Augen.

S.: Ich kann nur mit glatten Summen rechnen, sonst fall ich ihn Ohnmacht.

M.: Dafür sollst du in der Hölle schmoren!
R.: Ah, das machen wir gerade in Reli.

A.: Ich bin übrigens überzeugt davon, dass die Sterne alle Glühwürmchen sind. Ist doch so, oder?
P., zögernd: Ich finde es immer sehr schwer, über solche Sachen definitive Aussagen zu treffen.

R. über Twilight: In jedem dritten Satz kommt irgendwas über Herzfrequenz oder Atmung.

Belauscht in Wuppertal (und anderswo)

Vater: Bilde mal einen syntaktisch kompatiblen Satz zu: Warum Frauen klüger sind als Männer.Warum eingemauerte Holzbalken beweglicher sind als Bodenturnerinnen.

Schwester: Also Mama, du bist ja voll nicht auf der Höhe!
Mutter: Also bitte, aktualisiere mich!

Vater: Na, du Strohsack?
Bruder: Ich bin kein Strohsack!
Vater: Jetzt wird hier auch noch manifest gelogen. Es ist doch ganz offensichtlich, dass du ein Strohsack bist!

Mutter: Erst baut er barocke Parkanlagen, und dann isst er sie nicht auf!

Eine ältere Freundin der Eltern in einem Rundbrief: Die Welt ist ja immer noch schön, trotz der Menschen.

Cousin 1: Ich lasse mir gerade ein Apple PowerBook vorführen. Abstoßend.
Ich: Ist das noch so ein altes, klodeckelartiges?
Cousin 1: Nein, was mich abstößt, ist die Tatsache, dass ich es nicht habe.

Abendessen.
Bruder: Mann, aus den gelben Tassen schmeckt der Zitronentee besser!
Vater: Also, ich find, an ungeraden Wochentagen schmeckt der Tee aus den gelben Tassen besser und an geraden aus diesen hier.
Bruder: Wie? Also, heute ist Dienstag, das ist ein gerade Wochentag…
Vater: Nein, ich meine heute ist der 23., das ist ein ungerader Tag…
Bruder: Du sprichst von Wochentagen. (böse) Mann, Papa!!!

Bruder: Kann jede Wohnung eine Dienstwohnung sein?
Vater: Ja, im Prinzip…
Bruder: Könnten wir auch in einem Seitengebäude des Buckingham-Palastes wohnen?
Vater: Ja, wenn die Rheinische Landeskirche das so deklariert… aber ich glaube, das müsste dann der Präses gegenzeichnen.

Mutter: Wo ist denn das Restaurant? Ist das noch vor der Kirche?
Vater: Ja, das wurde nicht verschoben.
Mutter: Nein, ich meine doch räumlich noch!
Vater: Ja, das wurde auch räumlich nicht verschoben.

Ich: Am beeindruckendsten finde ich in dem Architekturkalender diese Glaskirche.
Mutter: Ja, die ist wahnsinnig toll!
Bruder: Papa, was wollen die dir damit im Unterton sagen?
Vater: Dass ich Glaspfarrer werden soll?

Ich: Die nennt sich jetzt Bela M., weil es noch eine andere berühmte Sängerin namens Bärbel M. gibt.
Schwester: Wieso Bela?
Ich: Ist wahrscheinlich eine Nebenform von Bärbel.
Schwester, skeptisch: Und Bela B. von den Ärzten?
Ich: Ja, macht doch nix. Je unisex, desto stylish.

Vater: In dem Tübinger Stadtteil Lustnau steckt Lust drin und Aue. Aus Lust-Au wurde Lustnau, das spricht sich besser. Wie nennt man dieses n?
Mutter: Bindelaut.
Vater, verstehend: Ah ja, und wenn der wegbrennt, ist es eine Bindelautentzündung.

Das ver-rückte Labyrinth.
Schwester: Ich schieb das einfach schräg rein, dann komm ich so gerade rum. – Ihr lacht, also darf ich.

Osterferien.
Mutter: Nächste Woche brauch ich euch für Ikea. Am Mittwoch oder so.
Schwester, stöhnend: Mittwoch? Das ist ja mitten in der Woche!

Vater: Bibi Blocksberg ist ein richtiger Spielfilm? Ich dachte, das wär jetzt Zeichentrick oder so.
Schwester: Hast du doch eben gesehen!
Vater: Ja, ich dachte, das wäre jetzt gerade Werbung für ein Medikament namens Hexophobia.

Mutter: Wo ist eigentlich unser altes rotbraunes Gitterbettchen?
Vater: Das bildet den Grundstock eines Kindergefängnisses in einem der Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Ich glaube, Kirgisien war’s.

Regionalexpress.
Schwester: Obertürkheim? Hier wohnen wohl die ganz Konkreten.

Mutter: Du meinst, der Teppich war neulich noch in der Reinigung?
Vater: Ja, guck mal, hier hängt noch ein Beleg dran.
Mutter: Ja, aber der kann natürlich…
Ich: …gefälscht sein?

Mutter: Wo stellst du dich denn da hin mit dem Auto?
Vater: Och, in der Ernststraße ist ein gutes Parkverbot.

Vater hat Bruder bei den Hausaufgaben geholfen.
Mutter: Du hast ja toll gedichtet, M.!
Vater: Nein, das ist doch furchtbar! Steht doch in der Bibel: Des Menschen Dichten und Trachten ist böse von Jugend auf. Ich hab gedichtet, und V. hat getrachtet, nämlich danach, dass ich dichte.

Ich: Nur, ich wüsste jetzt kein Lied von den Wise Guys, in dem das Wort Duschvorhänge auch nur einmal vorkommt.
Bruder: Doch: Ich zünde meine Duschvorhänge an der falschen Seite an.

Vater: Das find ich cool. Das merken wir uns und erzählen es unseren sukzessiven Schwiegermüttern.

Bruder, Wahrigs Deutsches Wörterbuch stemmend: Aaah, irgend so ’n Band gerissen!

Mutter: V., du machst so einen unterbeschäftigten Eindruck. Vielleicht solltest du mal putzen.
Bruder: Was?! Jetzt spiele ich Schlagzeug, mach ganz viel mit Lego, ich liebe Video, DVD und Fernsehen… und CDs hören und Schallplatten – also, Legomännchen oder irgendwelche Sachen auf das Drehding für Schallplatten zu stellen und drehen zu lassen – und liebe alles mit Feuerwerkskörpern und Benzin anzünden und so, und jetzt soll ich putzen!!! Ach so, vielleicht mit Waschbenzin…

Vater: A., vielen Dank für diese Bücher. Da freu ich mich sehr drüber. Da kommt meine ganze Borniertheit zum Ausdruck, dass ich mich über so was freuen kann.

Vater: A., ich liebe dich immer noch mehr als meine Bücher. Da ist immer noch ein messbarer Abstand.

Bruder: Der Verteidigungsminister läuft bestimmt immer mit Bazooka rum. Oder gibt’s auch einen Angriffsminister?

Tante über Cousin 4: Er saß auf dem Sofa und besprach eine Kiwi, sie möge doch bitte 10.000 € gebären. Später, als ich ihn bat, mir beim Spülen zu helfen, sagte er: Ich kann grad nicht, ich muss die Kiwi ausbrüten!

Tante: Ich hab mir sagen lassen, es gibt auch Albinos, denen man das nicht ansieht – die Haare sind nicht weiß und die Augen auch eher hellblau als rot.
Ich: Ich finde, die haben den Namen Albinos nicht verdient.
Cousin 2: Genau! Das sind so Möchtegern-Albinos!

Bruder, eine Brottüte in den überfüllten Kühlschrank stopfend: O Herr, vergib mir, denn ich weiß nicht, was ich tue! Und gnade denen, die den Kühlschrank als nächstes aufmachen!

Mutter: Sollen wir das Blumenbild hier so mittig hängen?
Ich: Ja, wenn schon spießig, dann richtig.
Mutter: Das Bild ist nicht spießig! Meine Großeltern würden sich im Grabe umdrehen, dass ihre Urenkel das Bild, das sie sich damals als junge Leute, als reformorientierte Wandervögel…
Vater: Ja, A., du musst ja schon zugeben, dass dieses Bild jetzt nicht… in einer Zeit, in der Picasso schon Erfolg hatte, in der Dalí schon seine Pinsel auswusch, in der der blaue Reiter schon fortgeritten war…

Vater, sich Bruders Streichholzskulptur und eine Streichholzschachtel greifend: V., es gibt Künstler, zu deren Werken es gehört, dass sie irgendwann abgefackelt werden.

Mutter: V., bei deiner Konfirmandenprüfung kommen dann vielleicht auch Fragen wie z.B.: Was ist dir in deiner Konfirmandenzeit besonders wichtig gewesen?
Bruder: Mir wäre wichtig gewesen, dass die Blätter viermal gelocht gewesen wären!

Mutter: Ich wollte mal wieder einen farbigeren Schal…
Schwester: …und hast dir einen mausgrauen mit rosa Einsprengseln ausgesucht.
Mutter: Erlaube mal, der ist flammend blau und rot!

Vater, komm Klo kommend: Qui scheißit quoque lüfteat.

Vater: Margarine ist ein Streichfett, kein Hieb- und Stichfett.

Mutter zu Vater über die Blutspendezentrale: Die nehmen dich wahrscheinlich nur noch ob deiner Skurrilität.

Cousin 1, übers Fotohandy gebeugt: Das ist mein Vater im Auto. Das war am selben Tag, als ich erfuhr, dass meine Mutter einen Gymnastikball gekauft hatte.

Cousin 1, sich anschickend, Counterstrike zu spielen: Ist das auf Deutsch oder auf Englisch? Aber wie sagt man so schön, die Sprache der Gewalt ist international.

Freund: Es ist erstaunlich, wie die Erdnüsse den Deckel von innen aufgekriegt haben.
Vater: Es wäre noch erstaunlicher gewesen, wenn sie den Deckel von außen aufgekriegt hätten, wo sie doch in dem Glas waren.

Freund: Darf ich mich mal ganz unverschämt hier hinsetzen?
Vater: Nein, du sollst dich, wie es deine Art ist, verschämt hier hinsetzen.

Vater zum Bruder: V., du bist ein ekelhaft faules Lu… hm-tat-ta-hm-pada-pada… ein Drückeberger bist du, du bist die klassische semantische Füllung des Wortes Drückeberger!

Mutter: Wo ist eigentlich die V.?
Bruder: Die übernachtet bei irgendjeman…der.
Mutter: Sehr beruhigend.

Vater: Als wir den K. und die V. hatten, haben wir gedacht: Eigentlich reichen zwei Kinder, aber so einen kleinen Knecht könnten wir noch gebrauchen.

Mutter: V., wir wollten doch jetzt, solange du noch im Haus bist, den Aspekt Knecht etwas stärker betonen.

Bruder: Okay, ich steh um sieben auf (malt eine riesige 7 auf seine To-do-Liste).
Mutter: Mach doch wenigstens zwei kleine Nüllerchen oben dran, damit du nicht in einer Stunde, wenn ich schon schlafe – das heißt, schlafen will und nicht kann, weil ich ja dann da dran denken muss – dich verzweifelt fragst, was mit 7 gemeint ist.

Mutter: Das Müsli schmeckt heute tatsächlich so wie bei Tante Traude früher.
Bruder: Das liegt daran, dass die Anzahl der Bananenstücke eine Zweierpotenz ist.

Bruder: Hat dein Handy auch einen Taschenrechner? Ah, aber der ist nicht wissenschaftlich.
Schwester: Wieso nicht wissenschaftlich? Deine Mutter ist nicht wissenschaftlich.

Lexik, Objektebene und Metaebene

Wie doch die Objektebene die lexikalische Auswahl auf der Metaebene beeinflusst! Heiterkeit folgt.

  • tasting is perceived by FrameNet as PERCEPTION_ACTIVE. (A.)
  • Wir müssen die paint()-Methode dieser Klasse übermalen. (J.)
  • Der Begriff Sentiment Analysis ist im Moment relativ positiv besetzt. (M.)

Weitere Beispiele werden gern entgegengenommen.

Mettre de la diversité

„C’était beau. Vert, blanc. Ordonné. On sentait l’organisation. Ils avaient tout fait pour qu’on soit bien, ils s’étaient demandé: qu’est-ce qu’il faut mettre pour qu’ils soient bien? et ils l’avaient mis. Ils avaient même mis de la diversité: quatre grandes tours, pour varier le paysage; ils avaient fait des petites collines, des accidents de terrain, pour que ce ne soit pas monotone; il n’y avait pas deux chalets pareils; ils avaient pensé à tout, pour ainsi dire on voyait leurs pensées, là, posées, avec la bonne volonté, le désir de bien faire, les efforts, le soin, l’application, l’intelligence, jusque dans les plus petits détails. Ils devaient être rudement fiers ceux qui avaient fait ça.“

 
Die Paradoxie, die Christiane Rochefort (Les Petits Enfants du siècle, Reclam 1991, S. 124) mit feiner Ironie hinter diesen schönen Worten versteckt hat, hat mich schon fasziniert, als der Absatz einmal auf einem kopierten Blatt bei uns im Französischunterricht auftauchte.

„Ils avaient même mis de la diversité“: Vielfalt als eine Einrichtung, die von beflissenen Städtebauern einer Siedlung hinzugefügt werden kann wie Fahrradständer oder Hauseingangsbeleuchtungen. Heute erinnert mich das an das Französische Viertel und das Loretto-Areal in Tübingen. Die herbeigeschaffte Vielfalt nimmt hier die Form verschiedener Farben und Formen an, die die Fassaden der Fertighäuserblöcke schmücken. Es ist wirklich ganz hübsch. Aber mit gewachsener Vielfalt kann es nicht konkurrieren.

Es ist aber bestimmt wesentlich angenehmer als die Großwohnsiedlung Sarcelles, die Rocheforts Erzählerin beschreibt. Wo die gut gemeinte städtebauliche Theorie, „leurs pensées, là, posées, avec la bonne volonté, le désir de bien faire, les efforts, le soin, l’application, l’intelligence“ der stolzen Technokraten in der Praxis fürchterlich schiefgeht. „Ethel riait“, heißt es ein paar Absätze weiter, „Je ne comprends pas ce qui te rend triste; si c’est beau comme tu dis. Oui c’est beau. Alors? Qu’est-ce que tu veux? – Désordre et ténèbres.“

So She Poons That

Ah, Snow Crash von Neal Stephenson! Neulich bei XKCD erwähnt, vom Language Log aufgegriffen und prompt von mir gelesen. Ein Cyberpunk-Roman mit Schlachten, die parallel in realen und virtuellen Welten ausgetragen werden. Mit bemerkenswerten Voraussagen über viele Aspekte der Entwicklung des Internets. Mit vielen Spielereien über Themen der Linguistik, von neuronaler Grammatik bis zu den Grenzen natürlichsprachlicher Expertensysteme. Mit vielen Seitenhieben auf die Gegenwart (1992). Der Roman spielt in einer dystopischen Welt in naher Zukunft, in der es keine Gesetze mehr gibt und in der Staaten zwar noch existieren, aber auf einer Stufe mit Firmen stehen, die an verschiedenen Orten ihre Franchises (bzw. Botschaften) eröffnen und Dienstleistungen anbieten, wie übrigens auch die Mafia. Alles ist privatisiert in dieser Welt, selbst Polizeien und Gefängnisse.

Mehr noch als nerdig und gesellschaftskritisch ist der Roman jedoch witzig. Da gibt es eine Stelle, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Die 15-jährige Skateboardkurierin Y.T. hat gerade einen Mercedes gepoont, also sich zum Ärger und zur Hilflosigkeit des Fahrers mit einer magnetischen Harpune ans Heck gehängt, um gezogen zu werden:

She gets the impression that this Mercedes is sandbagging – driving real slow so she’ll poon something else – so she poons something else, an outgoing delivery truck. Judging from the way it’s riding high on its springs, it must be empty, so it’ll probably move along pretty fast.

Ten seconds later, predictably, the Mercedes blasts by in the left lane, so she poons that and rides it nice and hard for a couple of miles.

Warum finde ich die Stelle so witzig? Es stecken Wiederholungen darin und der Autor weigert sich, die üblichen sprachlichen Kennzeichnungen von Wiederholungen anzuwenden. driving real slow so she’ll poon something else – so she poons something else, nicht etwa so she does that. Und: the Mercedes blasts by in the left lane, so she poons that, nicht etwa: so she poons it again.

Versuch einer Analyse: Es handelt sich nicht um einen, sondern um zwei miteinander verflochtene Texte, die dieselbe Szene aus zwei Perspektiven schildern, etwa so:

She gets the impression that this Mercedes is sandbagging – driving real slow so she’ll poon something else – so she poons something else, an outgoing delivery truck. Judging from the way it’s riding high on its springs, it must be empty, so it’ll probably move along pretty fast.

Ten seconds later, predictably, the Mercedes blasts by in the left lane, so she poons that and rides it nice and hard for a couple of miles.

Rot ist die Teenage-Rebellin, die sich ein Kämpfchen mit der Erwachsenenwelt liefert und es gewinnt. Sie weiß, was der Mercedes-Fahrer gegen sie im Schilde führt und sie triumphiert, als sie ihm seinen vermeintlichen Sieg wieder wegschnappt. Blau ist die eiskalte Profi-Kurierin Y.T., der dieses Spielchen nicht egaler sein könnte. Sie poont einfach immer das schnellste Fahrzeug in Reichweite, das in die richtige Richtung fährt. Beider Schilderungen laufen unabhängig voneinander und sind nur unvollständig zu einem einzigen Text verwoben, daher treten an den Nahtstellen diese seltsamen Wiederholungen auf. So schön hier mit sprachlichen Mitteln die verschiedenen Seiten der Y.T. zwischen kindischer Rebellion und erwachsener Geschäftssinnigkeit ausgedrückt werden, zwei grundverschiedene Herzen schlagen in ihrer Brust nicht: Was könnte den blöden Mercedesfahrer in einem Kräftemessen mit einer frechen Göre mehr ärgern als Opfer gerade des mechanischen Prinzips „Poon den Schnellsten“ zu werden…