Programmhinweis

Deutschlandfunk. Sonntag, 29. März. 20:05 Uhr. An der Grenze des Lachbaren – Pataphysik und andere fröhliche Wissenschaften.

Der Begriff Pataphysik geht zurück auf den französischen Schriftsteller Alfred Jarry, der ihn Anfang des 20. Jahrhunderts einführte. Gemeint ist damit die Parodie von wissenschaftlichen Theoriebildungen. In bester pataphysischer Gesellschaft befinden sich heute eine Reihe von Forschungsprojekten, die sich selber nicht sehr ernst nehmen – aber trotzdem betrieben werden.

Dabei ist die Grenze zwischen strenger Wissenschaftlichkeit und gewolltem Jux manchmal nicht so genau auszumachen. Fällt der Toast tatsächlich meistens mit der gebutterten Seite nach unten? Wie viel Benzin wird in Entenhausen verbraucht? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Michail Gorbatschow der Antichrist ist?

Die Rückverzauberung der Welt, Kampf gegen die Lustfeindlichkeit der Wissenschaften – Ziele, die die fröhlichen Wissenschaftler interessieren. Wichtig ist dabei: Es handelt sich nicht um Scharlatane, sondern in der Regel um Akademiker, die sich über sich und ihre Disziplinen lustig machen – und dabei streng wissenschaftlich argumentieren.

Die Gesellschaft zur Stärkung der Verben kommt auch vor.

Englischraum

Eine Posse aus der Oberstufenzeit (2003 oder 2004)

Frau Herding schließt die Tür auf und betritt mit ihrem Rollköfferchen den Englischraum. Überrascht sieht sie Frau Großmann am Pult stehen.

Frau Herding: „Ach, Helene, bist du noch hier?“

Frau Großmann: (wie erstaunt über eine dumme Frage) „Nein, ich bin schon hier! Ich hab hier jetzt Unterricht.“

Frau Herding: „Hm? Merkwürdig. Da musst du dich irren. Auf meinem Plan steht…“

Frau Großmann: (mit gemeinem Blick, im „Sei-nicht-kindisch“-Tonfall) „Eva!“

Frau Großmann

Fig. 1 (Frau Großmann)

Frau Herding begreift. Sie lässt ihren Koffer los, geht in Lauerstellung. Beide Frauen gucken sich aus schmalen Augen einige Sekunden lang an, dann greift Frau Großmann plötzlich zu ihrer Vodafone-Tasche und wirbelt sie in rasender Geschwindigkeit um ihre Hand, sodass man nur noch eine kantige rote Kugel sieht. Sie geht auf Frau Herding los, die bietet mit Kung-Fu-Schlägen und –Tritten Paroli. Insgesamt werden wenige Treffer gelandet. Schließlich gelingt es Frau Großmann, Frau Herding mit der Tasche vor sich her durch den Mittelgang zu treiben und dann auch einige Schläge im Gesicht zu landen. Frau Herding wird daraufhin offensiver, schlägt Frau Großmann zu Boden, die Tasche fliegt weg. Frau Großmann gelingt es aber, Frau Herding von unten zu packen, senkrecht nach oben zu schleudern und dann mit einem Tritt völlig waagerecht auf die Tafel zu rasen zu lassen. Bullet Time. Frau Herding fängt den Aufprall mit den Armen ab, stemmt sich nach hinten und landet mit den Füßen direkt in Frau Großmanns Magengrube. Bullet Time Ende. Frau Großmann wird nach hinten geschleudert, krachend in den Schrank hinein. Der birst und stürzt zusammen, Lexika regnen ihr aufs Haupt. Langsam steht sie auf, ihre Augen blutunterlaufen, schnorchend, jetzt richtig wütend, die Fäuste geballt (Fig. 1). Frau Herding ist mit schleichenden Schritten rückwärts zum Pult gegangen und ergreift langsam, ohne Frau Großmann aus den kalt funkelnden Augen zu lassen, ein Schwert, das zufällig gerade da liegt. Sie hält es vors Gesicht und macht einen Schritt nach vorne (Fig. 2).

Frau Herding

Fig. 2 (Frau Herding)

Frau Großmann beginnt mit Stühlen nach Frau Herding zu schmeißen, die allesamt mühelos mit der Klinge zerteilt werden, während die Kontrahentinnen durch den Gang aufeinander zugehen. Als sie einander erreicht haben und die Stühle voerst aufgehört haben, zu fliegen und in Einzelteilen gegen die Tafel zu prallen, beginnt ein turbulenter Nahkampf aus sirrenden Klingen, zerberstendem Mobiliar und vielen, vielen Sprüngen und Flügen. Obwohl Frau Großmann unbewaffnet ist, scheint das Kräfteverhältnis lange Zeit ausgeglichen – was Frau Herding an dem Schwert hat, macht Frau Großmann mit Kraft und Kung Fu wett. Bald kämpfen sie schwebend viele Sekunden lang direkt unter der Zimmerdecke, bald hopsen sie, versuchend, einander auszuschalten, in wilder gegenseitiger Verfolgungsjagd über die Tische, die oft schon unter einer kräftigen Landung mit Frau Großmanns hochhackigen Stiefeln entzweigehen. So dauert es nicht allzu lange, bis Berge von Kleinholz sich im Raum türmen und die Bewegung erschweren – eine Unachtsamkeit von Frau Großmann, und Frau Herding hat sie mit dem Schwert so in Richtung Fenster abgedrängt, dass sie über die Leiche eines Stuhls stolpert. Frau Herding wirft blitzschnell das Schwert weg – es bleibt zitternd im Fernsehschrank stecken – und versetzt der noch fallenden Frau Großmann einen Tritt, der diese durch das splitternde Fenster schleudert. Zeitlupe. Frau Großmanns Hände klammern sich um den seitlichen Fensterrahmen, sie dreht sich um diese Achse nach links und zertritt im Flug das hintere Fenster. Durch dieses fliegt sie wieder in den Raum. Zeitlupe Ende. Frau Großmann landet. Kurz starren sich beide Frauen an, dann bückt Frau Großmann sich und ergreift eine lange Metallstange, die – wohl von der Baustelle her – unter den Heizkörpern gelegen hat. Virtuos schwingt und schleudert sie diese durch den Raum, die arme Frau Herding kommt einige Zeit lang ganz schön ins Ducken, obwohl sie – nun unbewaffnet – weiterhin eine ernstzunehmende Gegnerin bleibt, die die Stange gelegentlich auch selbst mal zu ihrem Vorteil wendet und Frau Großmann trotz der metallenen Abwehr manches Mal bedenklich auf die Pelle rückt. Schließlich reißt Frau Großmann die Stange furios hoch und rammt sie direkt vor den Schuhspitzen der verdatterten Frau Herding donnernd in den Boden. Das Gebäude erzittert. Ein Plakat fällt von der Pinnwand ab. Frau Herding steht jetzt mit dem Rücken zur Schrankruine, dreht sich schnell um, läuft zu dieser hin und beginnt unter den Wörterbüchern zu wühlen. Frau Großmann läuft hinterher, um Frau Herding endlich zu erledigen. Doch als sie fast heran ist, hat Frau Herding aus dem Trümmerhaufen einen riesigen Hufeisenmagneten hervorgezogen, reißt ihn mit beiden Armen über den Kopf und schwebt über den Kopf der verdutzten Frau Großmann hinweg schräg nach oben. Der Magnet will zur metallenen Spiegelrasterleuchte. Im richtigen Moment lässt Frau Herding ihn los und landet auf der Spitze der Stange, wo sie mit ihren kleinen Füßen noch relativ gut stehen kann. Frau Großmann kriegt sich schnell wieder ein, packt die Stange und versucht, hochzuklettern und Frau Herding von unten Hiebe zu versetzen, aber die ist oben in der besseren Position: Sehr elegant wehrt sie Frau Großmanns Angriffe durch Tritte ab. Die ändert ihre Strategie, geht nach vorne und zieht Frau Herdings Schwert aus dem Fernsehschrank. Von hier aus hat sie genug Abstand, um mit einem Sprung Frau Herdings Höhe zu erreichen. Mit Kampfschrei und ausgeholtem Schwert fliegt sie auf Frau Herding zu, die sich im allerletzten Moment rückwärts fallen lässt. Noch bevor sie den Boden berührt, kracht Frau Großmann gegen die hintere Wand und von da aus in die Wörterbücher, wo sie ohnmächtig liegenbleibt. Frau Herding landet katzenartig auf allen Vieren, steht auf, und ohne sich noch einmal nach ihrer erledigten Kontrahentin umzudrehen, klopft sie sich den Staub von Pulli und Hose, geht zur Tür, nimmt im Vorbeigehen den Rollkoffer und öffnet. Draußen stehen schon die Schüler des LK Englisch 12.

„Wir müssen heute in einen anderen Raum“, sagt sie, „hier drin gibt’s keine anständigen Möbel mehr.“

Lieblingswörter (2)

Was bisher geschah: Schöne Wörter, Lieblingswörter.

Die Künste, bei denen es nicht ums Geldverdienen ging – also alles außer Arzt, Anwalt und Banker Pfarrer – wohnten früher in einem Baum mit sieben Blättern und zwei internen Knoten. Einer dieser Knoten hieß „Quadrivium“, weil er vier Kinder hatte, nämlich die Arithmetik, die Musik, die Geometrie und die Astronomie. Bevor man allerdings in diesen Wissenschaften reüssieren konnte, musste man sich in Grammatik, Rhetorik und Logik schulen, dies waren die anderen drei Künste, Kinder des „Triviums“, des propädeutischen Knotens. Daher kommt der Begriff trivial, heute ein Etikett, das in der Wissenschaft mit ziemlicher Beliebigkeit allem aufgeklebt wird, womit man sich jetzt nicht aufhalten möchte, was aber auch hartnäckigem Ausrechnen, Herausfinden oder Reproduzieren keine größen Probleme bereiten sollte. Von dort aus ist das Wort in die Umgangssprache gewandert, wo es nichts anderes als „einfach“ bedeutet. Man füge eine jargonesque Steigerung hinzu und erhält ultratrivial, ein Wort, das ich aufgrund dieser Herkunft ziemlich cool finde.

Auch meine drei neuen Lieblingswörter aus dem Englischen sind in der Wissenschaft heimisch und lustig: strangelet, subformulahood (die Eigenschaft, eine Teilformel zu sein) sowie allowable, das auf dichtestem Raum zwei sehr ähnliche Modalitäten – die es Dürfens und die des Könnens – unterbringt, ohne von sonstiger Bedeutung zusammengehalten zu werden.

Aus der Rubrik „veraltendes Wortgut und allein schon deshalb schön“ haben wir diesmal alleweil, das sich wunderbar für Klagen über Nervereien ohne Ende eignet. Auch tunlichst ist schön emotional, intensiver kann man kaum warnen als mit diesem Adverb. Die Wörter wälzen und klobig bringen klanglich sehr schön Sperrigkeit zum Ausdruck.

Schließlich noch zwei Vertreter der Königsklasse der schönen Wörter: Wörter, bei denen es einfach schön ist, dass es für so eine spezielle Bedeutung ein eigenes Wort gibt. Wörter, die es immer wieder ermöglichen, einen Sachverhalt treffend zu bezeichnen, den man sonst im Schwammigen belassen oder aufwändig umschreiben müsste. Muße ist so ein Wort, das nicht nur die für manche Erledigungen nötige äußere Ruhe einfängt, also die freie Zeit, die bloße Abwesenheit von Terminen und Störungen, sondern auch die oft viel bitterer nötige innere Ruhe, den Zustand, in dem sich die Musen an einen heranwagen. Und das Verb kokettieren ist schön; es bedeutet heute oft ein Spiel mit Gedanken und Meinungen, die man normalerweise ablehnen würde, die aber doch irgendwie einen Appeal ausüben. Kokettieren kann man zum Beispiel mit einem Alkoholproblem oder mit der schönen Gestaltung einer Nazizeitung. In beiden Fällen kann das Kokettieren im Scherz störende Krusten aus Verdrängung oder überflüssiger political correctness aufbrechen helfen.

Blamagephobie

Und dann war da noch der Mann mit der Blamagephobie. Der Gedanke daran, was wäre, wenn er in Gesellschaft einen Fauxpas begangen haben würde, wenn er etwas Falsches, Peinliches oder Missverständliches gesagt oder getan haben würde, war ihm vollkommen unerträglich und ließ ihn stets nur mit umgeschnalltem Sprengstoffgürtel unter Leute gehen, bereit, sich und alle Zeugen für immer von der Erde zu tilgen, bevor noch ein Gedanke gefasst, ein Wort des Hohns gesprochen, eine schmachvolle Erinnerung gebildet wäre.

Dies beschließt die kleine Serie „Und dann war da noch“, zuerst erschienen im Vaniloquium, 2008.

Heidewanderung

Und dann war da noch Theodor Storms lyrisches Ich, das sich eine Antwort auf seine Frage erwanderte. Seine Frage war: „Gibt es eine Sinnhaftigkeit menschlicher Existenz?“ Und die Natur antwortete. Wohin es blickte, sah es auf seiner Heidewanderung Tod, Fäulnis und Ödnis. „Danke“, sagte das lyrische Ich, „das war deutlich.“

Amerika

Und dann war da noch der Mann, der sich so sicher war, die Reise in die USA zu gewinnen, dass er schon auf der Teilnahmekarte für das Gewinnspiel seine amerikanische Adresse angab.

Helium

Und dann war da noch der wichtige Mensch, dem die vielen Grußworte, die er hören und auch halten musste, zur Qual wurden. Um wenigstens seinen eigenen Vorträgen eine besondere Spritzigkeit zu geben, gewöhnte er sich an, eine Gasdruckflasche Helium auf jedes Podium mitzunehmen. Zu Beginn und immer, wenn im Vortrag seine Stimme auf die normale Höhe sank, nahm er eine ordentliche Nase.

On Diversity

Arguing for diversity is a tricky business. In my view, the main difficulty is to distinguish between a) why diversity is good in the first place, and b) why it would be bad to lose existing diversity.

In his book Language Death, linguist David Crystal argues for preserving the diversity of the languages of the world, exceptionally many of which are threatened by extinction nowadays. The second chapter presents five answers to the question “Why should we care?”, the first answer being “Because we need diversity.” Unfortunately, Crystal fails to draw aforementioned distinction. Supposedly, he counters the view according to which mankind would be better off with a single universal language, or as few different languages as possible. Actually, he almost exclusively lists difficulties we would encounter in going the way to a monolingual planet – such as loss of profits for companies whose employees stop to learn foreign languages, or loss of cultural heritage because we wouldn’t be able to understand existing documents any longer. After a few pages, both Crystal’s argument and my patience were in shambles to an extent where I had to take a break and blog my five cents about cultural and linguistic diversity.

The way I think about language, the ability to develop and use it is innate to humans and can’t be taken away from us. It is, in other words, nothing we need to worry about in the context of language death. What is endangered is particular shapes in which our faculty of speech manifests itself, shapes that, for all we can say, will not cease to come into existence, change, and become extinct for as long as mankind will exist. The human facility of speech is like an ingenious algorithm running for eternity, generating a new unique fractal of stunning complexity and beauty every few seconds. While it is understandable that one might want to preserve all of those images, most people will certainly agree that the real value is in the algorithm and not any one of its infinitely many outputs. Likewise, for me, no particular language has any value in itself.

This is immediately relativized by the fact that particular languages are closely tied to particular cultures and human achievements, where I do see value, a lot of value indeed. The language that people speak is part of their identity, it is inextricably linked to their lives, their backgrounds, their social relations, their thoughts, their experiences, their emotions, their achievements, all of which I will subsume under the term culture from now on. One can’t take away people’s language without seriously endangering or damaging people’s culture. Even independently of their speakers, languages receive significance by virtue of being the medium of culture. For example, any philosophy, story, or useful recipe written down or recorded on tape is lost to mankind as soon as the respective language is no longer understood.

But both of these points are in the b) line of the distinction I’m insisting upon here! They are interesting only because we already live in a world with many, many languages. They do nothing to make the “one world, one language” utopia a dystopia. Wouldn’t it be great to live in a world where everybody had spoken the same language from the very beginning? A world without God’s punishment for building the Tower of Babel? Shouldn’t we strive towards tearing down all linguistic barriers, translating all of our cultural heritage into one single language and make that language the new world language, for every new citizen of the Earth to learn as their first language?

A true universal language, used not just as a lingua franca, but by everyone in all or nearly all situations, would certainly simplify a lot of matters. Matters of international communication, matters of preserving and making available information. Sure, the loss of diversity would be deplorable from an intellectual point of view: No more fascinating foreign languages to learn, to study, no more strange counterintuitive grammatical constructions to marvel at. The professions of translation and – to an extent – linguistics would be no more. But this would only take away a certain type of intellectual stimulus from certain language geeks like me, a fetish if you will. The loss would be in the domain of self-sufficient punditry (intellektuelles Gewichse, to put it drastically in German), which shouldn’t stand in the way of progress.

However, I don’t think this would work in the long run. I believe that cultural diversity leads to linguistic diversity, thus linguistic diversity cannot be eliminated except in an inhuman dicatorship. Unless you steal people the freedom they deserve, they will express their individuality, leading to cultural diversity, leading, since people invariably choose language as one means of expressing cultural identity, to linguistic diversity.

I have argued that linguistic diversity is a necessary consequence of cultural diversity, which in turn is a necessary consequence of people being people. I will now finally try to answer the question: Does linguistic diversity have any value of its own? Apart from the intellectual value, the pet of the self-sufficient punditry I mocked above, corresponding to the beauty of fractals, the value that in my view is not a real value at all?

Yes, I think it does. People wouldn’t strive for linguistic diversity if linguistic diversity didn’t do anything for them. The same thing is true for cultural diversity, in which case the desire for individuality and identity obviously play their parts. In linguistic as well as in cultural as well as in biological evolution, most things that persist have a function.

For one thing, linguistic as well as cultural diversity has an educational value. The existence of many different languages and cultures allows for studying them, observing their structures, commonalities and differences, and getting a better understanding of how they work. Diversity helps us to put our prejudices into perspective, to see that one culture or language isn’t “better” or “worse” than another. This is true for some anglocentric American who has almost no contact with foreign languages as well as for the African taxi driver cited in David Crystal’s book, who can communicate in all of the eleven languages of his country but doesn’t value this ability because he deems all of those languages inferior. Yet in a sense the educational value of diversity is merely the solution to a problem that wouldn’t exist without it: In a world without diversity, there wouldn’t be any need to fight prejudice.

Thus, in my view, the strongest argument that can be made for diversity a priori is its protective value. David Crystal’s book reports a point made by Peter Trudgill, namely “that languages as partial barriers to communication are actually a good thing, ecologically speaking, because they make it more difficult for dominant cultures to penetrate smaller ones.” This is a point for linguistic diversity under the premise that cultural diversity is good. Similarly, as a point for cultural diversity, there are cultural barriers, preventing memes from spreading uncontrolledly. Imagine what would happen if the meme “torture is a good thing” gained momentum on a planet with just one culture! Luckily, people from one culture are not too likely to pick up memes from another.

Of course we don’t want those barriers too strong, but sometimes it is good to reinforce them a little. This is when programmes for fostering diversity are called for. A biological analogy is obvious; it involves bark beetles and the hard time they have invading mixed forests whereas monocultures are an easy prey. As another example involving linguistic barriers, consider the burning of Danish flags in the Arab world after those Muhammad cartoons were published. Imagine how much more of that shit we would see in the hypothetical and impossible many-cultures-one-language world.

All of that is relative, mind you. Of course an individual can belong to many different cultures, and even the “belong to a culture” notion isn’t black-and-white but comes in a million degrees and variations. Those partial barriers aren’t walls and constitute no fundamental obstacle to Free Flow of Information, of which I am a fan (remind me to create a Facebook page). I hope I haven’t oversimplified too much – I just wanted to get those points out of my head so I can continue reading that book, hoping it gets better.

„Ein rotes.“

Die einzig richtige Antwort auf die Frage „Was hast’n du für’n Auto?“ Ein klares, souveränes Signal gegen Fahrzeugkult und Statussymbolstatus.

Einwand: Und wenn ich ein blaues/schwarzes/weißes/… Auto hab?

Lieber Mitmensch, man hat keine blauen, schwarzen oder weißen Autos! Unter den einfachen Farbadjektiven geht nur rot konform mit dem treuherzigen Gesichtsausdruck, den die Antwort erfordert. Grün geht vielleicht auch noch. Aber wenn Sie ein Auto in silbermetallic, weinrot, mauve oder eierschale-erbrochen haben – sofort versetzen! Oder umspritzen. Klingt zu angeberisch!

Einwand: Wird das nicht sehr eintönig im Straßenbild?

Das stimmt natürlich. Hm. Guter Einwand. Hmmm. Dann müssen Besitzer andersfarbiger Autos ihren Freundeskreis sorgfältig so komponieren, dass die Frage nach dem Wagen nicht aufkommt. Notfalls müssen sie lügen.

Dezember 2004